Frage der Woche

Wie funktionieren Körperfettwaagen?

Wer auf seinen Körper achtet und viel Sport treibt oder aber auf Diät ist, legt sich oft eine Körperfettwage zu. Sie zeigt neben dem Gewicht den Fett- und Muskelanteil unseres Körpers an. Doch wie funktioniert die Messung eigentlich und wie zuverlässig sind die Werte?

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Handelsübliche Körperfettwaagen funktionieren nach dem Bioimpedanz-Verfahren. Steigt man mit nackten Füßen auf die Waage, schickt diese einen schwachen, nicht spürbaren Strom durch den Körper. Da Fett schlechter Strom leitet als die Muskeln, erfasst das Gerät verschiedene Widerstände. Gibt man noch seine Größe, das Geschlecht und das Alter ein, kann die Waage in Verbindung mit dem gemessenen Gewicht mittels einer Formel den Fettanteil errechnen. 

Doch das Ergebnis der gängigen Personenwaagen ist ungenau. Das Problem: Wenn sich die Messelektroden nur an den Füßen befinden, fließt der Strom nur optimal durch die Beine. Der Fettanteil des Bauches und der Arme wird dagegen nicht gut erfasst. Anders ist dies bei speziellen – jedoch deutlich teureren – Waagen, die neben den Fußsensoren über Messelektroden für die Hände verfügen. Doch selbst hier sind die Werte nicht ganz genau, da der Strom nur schwer bis in den Bauchraum gelangt.

Störfaktoren beeinflussen die Messung

Eine weitere Fehlerquelle ist die hinterlegte Formel, nach der das Gerät den Fettanteil berechnet. Passen die eigenen Proportionen nicht ins Schema, können die Werte vom tatsächlichen Körperfettanteil abweichen. Ferner beeinflussen beispielsweise nasse Füße, eine volle Blase oder Schmuck die Messwerte, da sie den Stromfluss im Körper verändern.

Wer sein Körperfettanteil unbedingt wissen will, kann zum Sportmediziner gehen. Dieser weiß, welche Faktoren die Messung stören. Zudem misst er mit acht Elektroden am ganzen Körper. Eine andere Möglichkeit ist die DXA-Methode mittels Röntgenstrahlen oder die Luftverdrängungsplethysmografie. Hier setzt man sich in eine kleine Kammer. Anhand der verdrängten Luft kann die Körperzusammensetzung berechnet werden. 

Geldverschwendung?

Oft ist es für die Anwender, sei es eine Frau auf Diät oder ein Mann beim Muskelaufbau, eher entscheidend, ob sich die Werte mit der Zeit verändern. Und diese Entwicklung kann man auch grob Zuhause an seiner Waage verfolgen. Deshalb haben viele Körperfettwaagen eine Speicherfunktion aller Messwerte. 

Übrigens: Menschen mit Herzschrittmachern dürfen nicht auf Körperfettwaagen steigen, da der Strom den kleinen elektrischen Helfer außer Takt bringen kann. Ebenfalls meiden sollten Schwangere die Waagen, um das Neugeborene nicht zu gefährden.

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