Körperwissen

Wie entsteht eigentlich unsere Körperwärme?

36,3 bis 37,4°C beträgt die Körpertemperatur eines gesunden Menschen, egal ob er im Winter bei -10°C oder im Sommer bei 30°C durch den Park spaziert. Doch wie schafft es der Körper, diese Temperatur zu erreichen und aufrecht zu halten?

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Menschen sind endotherme Wesen, das heißt sie produzieren ihre Wärme selber wie ein autonomer biologischer Reaktor. Anders ist dies bei ektothermen Tieren wie Reptilien. Diese heizen sich durch ihre Umgebung und vor allem die warmen Sonnenstrahlen auf. Unser Körper produziert die Wärme zwar selber, doch kann er dies nur mit Hilfe von Energie in Form von Nahrung (Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß).

Essen wir eine Salamipizza, wird diese im Verdauungsprozess erst einmal in kleine Einheiten gespalten, die dann ins Blut übergehen. Die eigentliche Energiegewinnung erfolgt in winzigen Zellorganellen, den Mitochondrien, welche sich in allen Körperzellen befinden. Dort findet eine Kaskade von Reaktionen ab, bei denen Energie frei wird. Diese wird in ATP-Molekülen (Adenosintriphosphat) gespeichert und als Wärme abgegeben. Bestimmte Enzyme spalten nach einigen Sekunden bis zu einer Minute vom ATP wiederum ein Phosphat ab. Die hierbei freigesetzte Energie treibt unsere Muskeln und das Gehirn an. 

Bitte Nachschub!

Befinden wir uns in einer Ruhephase, entsteht der Großteil der Wärme in Leber, Nieren, Herz sowie im Gehirn. Über den Blutstrom verteilt sich diese im ganzen Körper. Treiben wir Sport, bildet sich viel Wärme in den Muskeln. Da unterschiedliche Temperaturen sich immer ausgleichen wollen, gibt der Körper ständig Wärme an seine kühlere Umgebung ab. Das heißt, er braucht Wärme- und somit Nahrungsnachschub. Essen wir lange nichts, wird als Ersatz das Körperfett verbrannt.

Wie reguliert der Körper seine Temperatur?

Eine Körpertemperatur um die 37°C ist für Menschen perfekt. Der tolerierbare Bereich ist klein: sind es über 40°C oder unter 27°C, droht der Tod. Zum Glück haben wir ein ausgeklügeltes System, was uns davor schützt. Überall auf der Haut befinden sich Wärme- und Kälterezeptoren, die ihre Informationen ans Rückenmark und Gehirn weiterleiten. Diese schicken dann wiederum Signale aus, um die Temperatur zu regulieren. Steigt die Körpertemperatur infolge von Bewegung, warmen Außentemperaturen oder Fieber an, beginnen wir zu schwitzen und die Durchblutung verstärkt sich, sodass die Wärme über die Haut abgegeben wird und der kritische Körperkern abkühlt. Ist uns dagegen kalt, verengen sich die Gefäße und die Durchblutung vermindert sich, sodass die kostbare Wärme nahe den Organen bleibt. Zittern, also häufiges kurzes Muskelzucken, sorgt für zusätzliche Wärme. 

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