Tierschutz

Welttierschutztag: Der weltweite Tierschutz benötigt klarere politische Entscheidungen

Tierschutzorganisationen sind weltweit aktiv. Allerdings fehlt ihnen oft die Unterstützung aus der Politik. Denn immer wieder hängt Tierleid direkt von wirtschaftlichen Interessen ab. Die Welttierschutzgesellschaft e. V. adressiert immer wieder die grausamsten Verstöße gegen Nutz- und Wildtiere und prangert immer wieder vorsätzliche Vergehen gegen artgerechte Tierhaltung an. Dennoch fehlt es oft an politischer Unterstützung konsequenter Verfolgung von Missbräuchen.

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In Großbritannien entstand 1824 die "Royal Society for the prevention of cruelty to animals". Sie besteht bis heute. Königin Elisabeth II. ist ihre Schirmherrin. Am 31. August 1950 wurde der "Welttierschutzbund" ins Leben gerufen, der sich 1981 mit der "World Society for the Protection of Animals" zusammenschließt. Aus dieser Kooperation ging 1998 die deutsche Welttierschutzgesellschaft hervor. Die Mitarbeiter der Organisationen kümmern sich um streunende Katzen und Hunde, um Lastesel in Indien oder um Bären in Vietnam, die in winzigen Käfigen leben und denen Galle abgezapft wird, um Potenzmittel herzustellen. In Deutschland setzen sich Tierschützer vor allem für Nutztiere wie Schweine, Hühner und Kühe ein, denn es fehlen noch immer politische Entscheidungen und Verordnungen, die Nutztieren ein lebenswertes Dasein ermöglichen. Darüber hinaus macht die Welttierschutzgesellschaft aber auch auf internationale Missstände aufmerksam. Hier drei exemplarische Tierleid-Tragödien, gegen die die Welttierschutzgesllschaft Projekte betreibt oder unterstützt: 

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Das Leid der Bären in Rumänien
Der Mensch-Bär-Konflikt ist in Rumänien ein präsentes Thema. Ob der Bau neuer Autobahnen und der damit verbundene Verlust von Lebensraum oder schlechtes Müllmanagement, das die Bären in die Nähe der Städte lockt – immer wieder kommt es in Rumänien zu Begegnungen zwischen Menschen und Bären. Diese so genannten Mensch-Tier-Konflikte werden als Vorwand genutzt, die international geltenden Gesetze zu umgehen und Schlupflöcher zu finden, die das Abschießen oder Einfangen der eigentlich streng geschützten in diesen Fällen aber als Problembären deklarierten Tiere, rechtfertigen. Eingesperrt in Käfigen dienen sie anschließend beispielsweise als Tourist*innenattraktion für Restaurants, Zoos oder Urlaubsressorts. Von den Bären beeindruckte Gäste posieren für ein Foto mit den Wildtieren und werfen ihnen Essensreste zu: Bonbons, Kaugummis und andere nicht tiergerechte Lebensmittel, von denen die Bären oft erkranken.

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Schutz für Esel in Ostafrika
Die Bedeutung von Traditioneller Chinesischer Medizin und somit auch die Nachfrage nach Produkten tierischen Ursprungs nehmen weltweit in rasantem Tempo zu. Insbesondere der Handel mit verarbeiteter Eselshaut floriert. Gleichzeitig sinkt die Eselpopulation weltweit, denn auch die Zucht kann den Bedarf nicht decken. So sind die Tiere zu einem raren Gut geworden – mit besorgniserregenden Folgen auch in Ostafrika. Kenia hat sich in den letzten Jahren zum Zentrum der Eselhautexporte in Ostafrika entwickelt: Allein 2019 wurden hier 380.000 Esel für den Handel nach China geschlachtet, wo die Haut zu Ejiao, dem vermeintlichen Heilmittel, das in der traditionellen chinesischen Medizin Einsatz findet, weiterverarbeitet wird. 

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Merinowolle aus Australien
Während die Wolle der in Deutschland gehaltenen Schafe aufgrund ihrer groben und rauen Struktur eher für Jacken, Decken und Bettwaren verwendet wird, kommt für Pullover, Babybekleidung, Unterwäsche und Sportkleidung in erster Linie die viel feinere Wolle des australischen Merinoschafes zum Einsatz. Mehr als 70 Millionen Schafe werden über Australien verteilt in Herden mit Größen von oftmals mehr als 10.000 Tieren gehalten. So stammen aus Australien 88 Prozent der weltweiten Produktion. Für das Kilo Merinowolle "Made in Australia" bekommen die Farmer dort über zehn Euro, was in 2018 zu einem Gesamtumsatz in Höhe von 2,3 Milliarden Euro führte. Hinsichtlich der Haltung der Schafe sowie der Praxis des sogenannten Mulesing wirft die Massenproduktion an Merinowolle immer wieder Fragen auf.

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