Frage der Woche

Warum sind manche Menschen Morgenmuffel?

Der Lebensrhythmus aller Menschen wird durch ihre innere Uhr bestimmt. Bei jedem tickt sie anders: Wo die einen keine Probleme haben, morgens früh aus dem Bett zu kommen, tun sich andere mit dem frühen Aufstehen nicht nur schwer, sondern sind anfangs auch noch schlecht gelaunt. Doch warum?

Wecker klingelt früh morgens

© iStock/betyarlaca

Die einen stehen früh morgens auf, sind guter Laune und produktiv. Chronobiologen –„chronos“ ist das griechische Wort für „Zeit“ – bezeichnen sie als Lerchen. Andere, so genannte Eulen, kommen nur schwer aus dem Bett. Das Klingeln des Weckers ist für die Langschläfer jeden Morgen eine Qual. Missgelaunt muffeln sie sich durch die ersten Stunden des Tages. Dafür kommen sie gegen Abend in Schwung, wenn Frühaufsteher schon zu gähnen anfangen.

Von der Lerche zur Eule

Der innere Schlaf- und Wachrhythmus ist genetisch bedingt und bei jedem Menschen verschieden. Die meisten liegen irgendwo zwischen den beiden Chronotypen. Im Lauf des Lebens verändert sich der Chronotyp: Kinder werden meist früh wach, Teenager stehen lieber später auf, und ältere Menschen gehen wieder zeitig schlafen.

Doch Frühaufsteher haben es leichter: Unser Alltag ist tendenziell auf frühe Aktivitäten hin ausgerichtet. Die Lerchen kommen mit den gängigen Arbeits- und Schulzeiten besser zurecht. Doch der Trend geht in Richtung Spätaufsteher: Würde der Durchschnittsmensch nach seiner inneren Uhr leben, läge seine Schlafzeit zwischen 0.15 Uhr und 8.15 Uhr, wie Chronobiologen durch Befragungen ermittelt haben.

Dauer-Jetlag für Eulen

Zwei von drei Menschen gelten als Normal- oder Spättypen. Oft schlafen sie schlecht und sind tagsüber müde. Nachtaktive müssen jeden Arbeitstag aufs Neue viel zu früh aufstehen, obwohl sie vielleicht erst um drei Uhr morgens eingeschlafen sind. Die Eulen können ihrer inneren Uhr nicht gerecht werden und haben zuweilen das Gefühl, nicht ganz normal zu sein. An freien Tagen schlafen sie richtig aus – und kehren damit zu ihrem biologischen Rhythmus zurück. Doch dadurch leben sie in einer Art Dauer-Jetlag.

Die mangelnde Erholung kann ernsthafte Folgen für die Gesundheit haben. Viele können ihr Potenzial nicht richtig ausschöpfen, die Leistungsfähigkeit leidet. Dauerhafter Schlafmangel kann sogar Krankheiten wie Altersdiabetes, Bluthochdruck und Fettleibigkeit begünstigen.

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