Frage der Woche

Warum schmiegt sich der Duschvorhang an den Körper?

Jeden Morgen das gleiche Drama unter der Brause: Kaum läuft das Wasser, weht der Duschvorhang nach innen – und legt sich feucht-klamm auf unsere Haut. Woher kommt dieses merkwürdige Phänomen?

Mann unter der Dusche

© iStock-Jeffrey_Heyden-Kaye

In der Vergangenheit haben sich viele schlaue Köpfe Gedanken über das Verhalten des Duschvorhangs gemacht – und erklärten es schließlich mit dem „Bernoulli-Effekt“.

Daniel Bernoulli, ein Schweizer Physiker, entwickelte im 18. Jahrhundert Theorien über die Strömungsmechanik. Mit seinen Erkenntnissen als Grundlage glaubten sich die Physiker unserer Zeit der Lösung des Rätsels nahe: Das strömende heiße Wasser erhitze die Luft, meinten sie, die daraufhin nach oben steige. Dadurch würde ein Unterdruck entstehen, Luft von außen nachströmen und dabei den Duschvorhang mitziehen.

Ein Luftwirbel entsteht

Doch richtig schlüssig erschien diese Theorie nicht, und deshalb beschäftigte sich der amerikanische Strömungsforscher David Schmidt erneut mit dem Phänomen. Er stellte fest: Da der Wasserstrahl im Fall die Luft mit sich reißt, entsteht ein starker Luftwirbel. Wie bei einem Tornado herrscht im Zentrum dieses Luftwirbels ein Unterdruck, der den Vorhang nach innen saugt. Für diese Erkenntnis bekam Schmidt 2001 den IG-Nobelpreis – eine Art Anti-Nobelpreis für Forschung, die die Welt nicht braucht.
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