Frage der Woche

Warum schmeckt Orangensaft nach dem Zähneputzen so scheußlich?

Direkt nach dem Zähneputzen sollte man besser keinen Orangensaft trinken. Jeder kennt das bitter-scheußliche Geschmackserlebnis. Aber wie kommt es zustande?

Orangensaft

© iStock/villagemoon

Die Rezeptoren für die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen sind nicht etwa gleichmäßig auf der Zungenoberfläche verteilt, sondern belegen jeweils eine eigene Region der Zunge. So schmeckt der vordere Teil vor allem Süßes, während der weiter hinten liegende Teil Bitteres erkennt.

In Orangensaft sind viele verschiedene Geschmackskomponenten enthalten, darunter auch Bitterstoffe. Normalerweise schmecken wir die bitteren Bestandteile nicht heraus. Durch das Zähneputzen werden unsere Geschmacksrezeptoren allerdings stark beeinflusst. In Zahnpasta ist meist eine ganze Reihe von Pflanzenextrakten enthalten – wie etwa Kamille, Salbei, Hamamelis, Arnika, Calendula, Rosmarin oder Myrrhe. Die Gerbstoffe dieser Extrakte wirken nicht nur entzündungshemmend, blutstillend und antibakteriell; zusätzlich verursachen sie ein raues und pelziges Gefühl in der Mundhöhle.

Geschmacksrezeptoren werden lahm gelegt

Das vielen Zahncremes zugesetzte Menthol hat außerdem eine betäubende Wirkung. Diese verschiedenen Wirkstoffe sorgen für einen kurzzeitigen Ausfall der Geschmacksrezeptoren, der nach dem Zähneputzen noch eine Weile anhält. Die Zahnpasta erreicht vor allem den vorderen Teil der Mundhöhle – und damit auch den vorderen Teil der Zunge. Deshalb werden insbesondere die vorne liegenden Geschmacksrezeptoren betäubt. Sämtliche Geschmacksrichtungen, bis auf eine, fallen damit aus. Nur die hinten liegenden Rezeptoren funktionieren noch, so dass die Bitterstoffe des Orangensafts stärker als gewöhnlich wahrgenommen werden.

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