Gewürze

Warum Pfeffer früher mit Gold aufgewogen wurde

Einst war Pfeffer eine edle Kostbarkeit, die sich nur Gutbetuchte leisten konnten. Was macht das scharfe Gewürz aus dem fernen Asien so besonders?

Pfeffer

© Istock/anna1311

Heute ist er aus keiner Küche mehr wegzudenken: der Pfeffer. Früher jedoch war das anders, längst nicht jeder konnte sich das teure Gewürz aus Indien leisten. Pfeffer war aber nicht nur zum Würzen gedacht. Dank ihm konnten Lebensmittel länger haltbar gemacht werden; fast verdorbenes Fleisch wurde wieder genießbar. Wegen seiner „gepfefferten“ Preise war das Gewürz lange Zeit ein echtes Statussymbol. Wer reich war und etwas auf sich hielt, setzte seinen Gästen reichlich gepfefferte Speisen vor.

Wo der Pfeffer wächst

Pfeffer ist bei weitem nicht gleich Pfeffer – weltweit gibt es an die 700 verschiedene Pfeffergewächse. Dabei handelt es sich um Klettersträucher, die an Bäumen emporwachsen. Die Spannbreite reicht von Aschantipfeffer über Culsiuspfeffer bis hin zu Senegalpfeffer – von beißend scharf bis warm und aromatisch. Eine Besonderheit stellt der Sarawak-Pfeffer aus Borneo dar. Er gilt als fruchtig mild und wird wegen seiner hohen Qualität und Reinheit von Spitzenköchen verwendet.

Ursprünglich wuchs Pfeffer nur an der Malabar-Küste in Indien. Vor circa tausend Jahren erreichte er auch Südostasien. Aber der Import nach Europa war mühsam, denn der Landweg von Indien war lang und anstrengend. Deshalb wurden viele Forschungsreisen unternommen, um einen Seeweg für den Direktimport zu finden. Auch Christoph Columbus stach aus diesem Grund in See. Aber erst Vasco da Gama gelang es schließlich 1498, an der Küste Indiens zu landen und eine Ladung Pfeffer auf dem Schiff nach Europa zu bringen.
Mehr zum Thema:

Ob roter, grüner, weißer oder schwarzer Pfeffer: Sie werden alle von der tropischen Kletterpflanze Piper nigrum gewonnen. Der Anbau erfolgt an Gerüsten oder Hilfspflanzen in 3,5 bis 4 Metern Höhe. Die vier verschiedenen typischen Färbungen entstehen je nach Reifegrad bei der Ernte. So wird roter Pfeffer aus völlig ausgereiften Früchten hergestellt, grüner hingegen unreif geerntet und behandelt. Vietnam, Indien und Indonesien sind bis heute die bedeutendsten Anbauländer für Pfeffer. In den letzten Jahrzehnten stieg die Pfefferproduktion weltweit an, weil neue Pflanzungen in Thailand, China und Sri Lanka gegründet wurden. Die Weltproduktion liegt bei rund 200.000 Tonnen pro Jahr.

Heilende Wirkung

In der indischen Medizin ist Pfeffer seit 4.000 Jahren bekannt. Dort werden mit ihm Blasen, Nieren- und Harnwegserkrankungen behandelt. Auch ist er gut gegen kalte Füße und Hände. Im Pfeffer ist Piperin enthalten, ein besonderer Wirkstoff, der fiebersenkend wirkt und bei allgemeinen Erkältungskrankheiten hilft. Ein Rezept gegen Erkältungen ist Pfeffermilch. Dazu werden gemahlener Pfeffer, ein bis zwei Esslöffel Honig und 150 Milliliter Milch aufgekocht und drei bis vier Mal täglich getrunken.

Das könnte Sie auch interessieren