Ernährung

Warum ist warmes Frühstück so gesund?

Das Frühstück ist nicht nur die wichtigste Mahlzeit am Tag, wir sollten am Anfang des Tages sogar warm essen. Aber warum ist das so? Und bedeutet es gleichzeitig, dass Joghurt mit frischen Früchten oder eine belegte Stulle eher ungesund sind?

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Morgens nach dem Aufstehen, haben die wenigsten wirklich Appetit. Schnell einen Kaffee trinken und dann geht es auch schon in die Arbeit. Aber auch diejenigen, die ihren Tag mit einem belegten Brot oder einem Joghurt mit frischen Früchten beginnen, tun ihrem Körper keinen großen Gefallen – das zumindest sagen Ernährungsberater nach der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Auch das ayurvedische Frühstück ist gekocht. Den beiden Lehren zufolge würden wir unserem Körper nämlich nur etwas Gutes tun, wenn wir den leeren Magen mit einem warmen Frühstück füllen. Was ist dran an den fernöstlichen Ernährungstipps?

Die Gesundheit liegt im Darm

Man stelle sich eine Köchin vor, die jeden Tag gekochtes Essen serviert bekommt. Für sie ein Segen, denn nun kann sie jeden Tag die Küche sauber halten und sich um den Rest des Haushalts kümmern. Und was hat das mit dem warmen Frühstück zu tun? Ganz einfach: Die TCM vergleicht die Milz (in der chinesischen Lehre steht sie für den ganzen Verdauungsapparat) mit der Köchin, unser Körper ist ihr Haushalt. Kommt ein warmes Frühstück im Magen an, muss die Verdauung nicht mehr so viel arbeiten. Denn die Milz muss das Essen nicht mehr auf Körpertemperatur bringen und ihr bleibt genug Energie, die Lunge und damit das Immunsystem des Körpers zu stärken. Der Nebeneffekt: Verdauungsbeschwerden werden weniger, weil der Darm gekochtes Frühstück eben leichter verarbeiten kann. Darüber hinaus kann er die Nährstoffe viel besser aufnehmen als etwa von rohem Obst und Gemüse. Denn einige Vitamine und Mineralstoffe werden erst durch Erhitzen für unseren Körper aufnahmefähig. Wichtig hierbei ist allerdings, dass sie schonend gegart sind.

Aber nicht nur das: Wer einen nahrhaften Haferbrei oder beispielsweise Rührei mit gebratenen Tomaten zu sich nimmt, wärmt nicht nur den Körper von innen, sondern macht ihn auch lange satt – ohne dass das Frühstück schwer im Magen liegt. Wer es ausprobiert, wird sehen, dass nach einiger Zeit Heißhungerattacken auf Süßes der Vergangenheit angehören. 

Auf das Hungergefühl hören

Der Chinesischen Medizin zufolge richten sich alle Organe nach der inneren Uhr. Milz und Magen beginnen morgens um 7 Uhr aktiv zu werden. Genau dann ist auch der richtige Zeitpunkt fürs Frühstück. Wem das zu früh ist, kein Problem: Bis etwa 10 Uhr kann man abwarten, dass der kleine Hunger kommt. Wer zu dieser Zeit schon im Büro sitzt, kann sich seinen Essen einfach in einer Warmhaltebox mitnehmen.

Klingt alles zumindest nachvollziehbar. Aber ist kaltes und rohes Essen im Umkehrschluss dann auch ungesund? Immerhin liefern frische Früchte viele Vitamine und auch Joghurt hat den Ruf, der Darmflora Gutes zu tun. Auch ein Vollkornbrot mit Hüttenkäse hält lange satt und klingt jetzt nicht nach einem Frühstück, bei dem sich ein schlechtes Gewissen breit machen muss. 

Fakt ist, dass der Magen-Darm-Trakt die kalten Speisen zunächst auf Körpertemperatur erwärmen muss, bevor er sie verdauen kann. Das geht mit einem hohen Energieaufwand und einem Verlust an Wärme einher. „Ein Übermaß an abkühlenden Nahrungsmitteln wie Joghurt, Bananen, Südfrüchten, Orangen, Orangensaft und Blattsalaten ist daher bei schwacher Verdauung auch ungünstig“, sagt Dr. Wolfgang Kernbauer, Arzt für naturheilkundliche Allgemeinmedizin.

Warm oder kalt?

Es hängt also von jedem Einzelnen ab, wie gut er kalte Speisen verträgt. Die warme Mahlzeit am Morgen ist kein Muss, jeder kann einfach ausprobieren, wann er sich am wohlsten fühlt. Bekommt man nach rohen Gemüse Bauchschmerzen, funktioniert die Verdauung vermutlich besser, wenn man die Karotten gedünstet isst. Wer ununterbrochen friert, dem wärmt das heiße Porridge eher auf, als ein kalter Joghurt. Ein Tee oder heißes Wasser heizt aber auch von innen und hat so denselben Effekt. Dazu passt dann auch das belegte Brot mit Hüttenkäse oder anderen kalten Belägen. Also: Einfach mal ausprobieren und darauf hören, was der Körper dazu sagt.

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