Frage der Woche

Warum empfinden wir manche Geräusche als eklig?

Wenn jemand mit dem Fingernagel über eine Tafel kratzt, jagt es vielen Menschen einen Schauer über den Rücken. Das Geräusch geht ihnen durch Mark und Bein. Doch woher kommt es, dass wir manche Töne als unangenehm einstufen?

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Für manche ist es eine Messerklinge, die über einen Teller schabt, für andere das Quietschen der Fahrradbremse oder das Knautschen von Styropor – unterschiedliche Geräusche werden von Menschen als eklig empfunden. Doch woher kommt das? Bei einer deutsch-britischen Studie spielten Forscher den Probanden 74 verschiedene Geräusche vor und ließen sie bewerten. Dabei beobachteten sie auch die Reaktion im Gehirn. Das Ergebnis: Vor allem Töne von 2.000 und 5.000 Hertz – also hohe und piepsige Laute – mit ziemlich gleichbleibendem Verlauf ließen sie erschaudern. Je höher und gleichbleibender der Klang, desto stärker reagierte die Amygdala, das Emotionszentrum im Gehirn. 

Der Grund dafür: In der Natur bedeuten solche Frequenzen oft Gefahr, beispielsweise wenn eine Frau aus Angst kreischt oder ein hilfloses Baby schreit. So gleicht der Warnruf von Schimpansen beispielsweise dem Geräusch, wenn man mit seinen Fingernägeln über eine Tafel kratzt. Musikwissenschaftler vermuten hingegen, dass diese Art von Tönen eine besondere Resonanz in der Ohrmuschel auslösen und deshalb als eklig eingestuft werden. Insgesamt bewerten wir Geräusche individuell, was mit unseren Erfahrungen, Erinnerungen, aber auch mit unserer Stimmung zusammenhängt: Sogar Fluglärm, Straßengeräusche oder Kirchenglocken werden als unterschiedlich störend empfunden.

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