Haustiere

Warum brauchen Ziervögel UV-Licht für ein gesundes Leben?

Vor allem im Winterhalbjahr tun Vogelbesitzer gut daran, ihren gefiederten Schützlingen eine ausreichende Menge UV-Licht zu spendieren. Das brauchen Ziervögel, um das für sie lebensnotwendige Vitamin D3 zu produzieren. Auch die Lichtfrequenz muss stimmen, sonst nehmen die Vögel ein Dauerblitzgewitter wahr, was sich schädlich auf ihre Gesundheit auswirkt.

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Die Augen der meisten Ziervogelarten sind im Vergleich zum menschlichen Auge sehr viel filigraner, was ihre Wahrnehmungsoptionen angeht.  Die Augen der Vögel sind nämlich im Vergleich zu uns mit vier „Zapfensorten“ ausgestattet, während wir Menschen nur über drei verfügen. Das führt dazu, dass Vögel deutlich mehr sehen und dass sie über ein größeres Farbspektrum verfügen. Dieses Phänomen ähnelt dem Hörvermögen von Hunden im Vergleich zum Menschen. So wie Hunde eine für uns unhörbare „Hundepfeife“ deutlich wahrnehmen, können unsere gefiederten Freunde viel mehr Details sehen, wie zum Beispiel UV-Licht, das für uns Menschen unsichtbar scheint. 

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Vögel sehen ein viel größeres Farbspektrum
Die Farben von Licht resultieren aus Lichtwellen in definierten Längen, wobei die Wellenlänge jeweils in Nanometer (Nm) definiert ist. Der Farbbereich Rot beispielsweise besteht aus Licht der Wellenlänge 565 – 620 Nm, bei Grün beträgt die Wellenlänge 510 – 540 Nm und wenn wir Blau sehen, betragen die Werte von 450 – 480 Nm. Diese drei Farbbereiche sind das Spektrum, das uns Menschen zur Verfügung steht, also insgesamt der Bereich von Licht der Wellenlängen von etwa 400 bis 750 Nm. Innerhalb dieses Spektrums sind so für das menschliche Auge unzählige Mischfarben sichtbar. 
Die Vögel sehen indes deutlich präziser, denn sie verfügen über einen zusätzlichen Zapfen, der Lichtwellen im Bereich von gut 300 bis 400 Nm als Farbe ausmachen kann – das ist genau der Frequenzbereich, in dem das UV-Licht wahrnehmbar ist. 

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Die Frequenz des Lichts muss auf Vögel angepasst werden
Doch nicht nur das Farbspektrum, das Vögel sehen, ist zu dem unserer menschlichen Augen verschieden.  Auch die Lichtfrequenz, die Vögel als angenehm empfinden, unterscheidet sich von der menschlichen Wahrnehmung. Während wir Menschen schon Licht der Frequenz 50 Hertz (Hz) als durchgängigen Lichtschein sehen, benötigt das Vogelauge für diesen Effekt mindesten 150 Hz. Schaut ein Vogel permanent in eine 50Hz-Lampe, nimmt er dies als „Dauerblitz-Gewitter“ wahr. Das führt zu Nervosität, Unausgeglichenheit und kann diverse Krankheiten auslösen. Daher sollte beim Erwerb von UV-Vogellampen darauf geachtet werden, dass die Lichtfrequenz mindestens 150 Hz oder mehr beträgt. Leuchtmittel mit niedrigerer Frequenz können mit einem sogenannten Vorschaltgerät in der Frequenz vogeltauglich angehoben werden. 
 
Gesunde Vögel durch UV-Licht mit hoher Frequenz
Vor allem im Winter brauchen Vögel unbedingt eine ausreichende Menge an UV-Licht, damit sie ihre Umgebung mit allen wichtigen Details wahrnehmen können – etwa bei der Futterauswahl oder der Partner-Annäherung. Außerdem ist UV-Licht notwendig, damit die Vögel das für sie lebenswichtige Vitamin D3 produzieren können. Denn das benötigen sie für ein gesundes Wachstum und ein ausgeglichenes Wesen. Und nicht zuletzt kommen die beliebtesten Ziervogelarten aus exotischen Ländern, wo die Vögel in ihrer natürlichen Umgebung viele tägliche Sonnenstunden und entsprechend viel gesundes UV-Licht genießen – also sind bis zu zehn Stunden künstliche Beleuchtung mit UV-Anteil keineswegs zuviel. 

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