Bedrohte Arten

Tasmanien: Letzter Zufluchtsort für australische Wildtiere

Klares Wasser, saubere Luft, wenig eingeschleppten Feinde wie Dingos, Füchse oder Wildkatzen. Das Paradies für bedrohte Tiere hat einen Namen: Tasmanien, die Insel under down under. Tasmanien wurde vor mindestens 35.000 Jahren durch den Anstieg des Meeresspiegels vom australischen Festland getrennt. Damals lebten nur etwa 6.000 Tasmanier auf die Insel, welche durch die anhaltende Isolation lange eine steinzeitliche Kultur beibehielten. Genügend Zeit für Flora und Fauna, sich ohne externe Einwirkungen zu entwickeln. Viele der knapp 200.000 australischen Tierarten sind heute noch immer auf Tasmanien angesiedelt. Mit wenigen invasiven Tierarten, großen Nationalparks und zahlreichen Wildtierschutzorganisationen entwickelte sich Tasmanien zum Refugium vieler – teilweise auf dem australischen Festland bereits ausgestorbener – Tierarten.

© Ash_Thomson_Photography

Tasmaniens seltene Lebewesen
Eines der wohl außergewöhnlichsten Tiere überhaupt: das Schnabeltier. Eierlegend und doch ein Säugetier – ein sogenanntes Kloakentier. Dieses außergewöhnliche Lebewesen, das weder Zähne noch Magen besitzt, ist nur noch in Australien beheimatet – und auch dort vom Aussterben bedroht. Neben tierischen Feinden hat das Schnabeltier vor allem einen Gegner: den Klimawandel. Das Schnabeltier ist auf saubere Gewässer als Lebensraum angewiesen. Und diese werden durch die anhaltenden Waldbrände in Australien immer seltener. Tasmanien jedoch ist für seine saubere Luft und hohe Wasserqualität bekannt, weshalb die Population des Schnabeltiers hier nach wie vor stabil geblieben ist. 

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Wallabys – wohl eines der ersten Tiere, die einem im Zusammenhang mit Australien in den Sinn kommen. Wallabys sind eine Untergattung der Kängurus mit borstigem braun-, grau-, oder weiß gefärbtem Fell. Weiß? Richtig gelesen! Die Albino Bennetts Wallabys sind auf Grund eines Gendefekts weiß – was ihnen das Tarnen in Australien sehr schwer macht. Auch wenn sie Geschwindigkeiten von 40 km/h erreichen und bis zu acht Meter weit springen können, fallen sie in vielen australischen Gebieten ihren Feinden, den Dingos oder Füchsen, zum Opfer. Nicht aber auf Bruny Island: auf der Insel vor der Küste Tasmaniens sind sie sicher, denn ihre natürlichen Feinde haben sich hier nie angesiedelt.

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In den Böden Tasmaniens wühlt ein ganz ein besonderes Tier: der Tüpfelbeutelmarder. Vom Erscheinungsbild ähnelt er stark einer überdimensionalen Maus. Sein Fell gleicht dem von Bambi: schwarz oder rehbraun mit gelblich-weißen Tüpfeln. Der dämmerungs- bis nachtaktive, gebürtige Australier ist heute nur noch in Tasmanien anzutreffen, wo er sich vor allem in Trockenwäldern, Heidegebiete oder im Kulturland aufhält. Seinen Tag verbringt er in unterirdischen Bauten, hohlen Baumstümpfen oder Steinhaufen.
In Tasmaniens Wäldern geht es nachts oftmals teuflisch zu: schauriges Kreischen und schrille Schreie des tasmanischen Teufels dringen durch die Stille. Seit rund 30 Jahren dezimiert eine ansteckende Krebserkrankung die Population der Tasmanischen Teufel von einst 150.000 auf heute nur noch 25.000 Exemplare. Doch dank umfangreicher Rettungsprogramme gibt es heute wieder Hoffnung für das tasmanische Nationaltier: Auf Maria Island lebt inzwischen eine gesunde, krebsfreie Population. Dort können sich die Tiere abgeschottet von Krankheit und Zivilisation erholen. 

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