Abnehmen mit Globuli

Stoffwechselkur 21 – teure Crash-Diät mit fatalen Folgen

Menschen die schnell viel abnehmen wollen, setzen auf diehCG-Diät. Was der Trend verspricht und wie gefährlich er wirklich ist.

Teller mit Tabletten und Gemüse

© iStock-Alexey_Buhantsov

Wenig essen, Pillen schlucken und viel, viel Sport treiben. So sieht die hCG-Diät aus. Das Kürzel steht dabei für „humanes Choriongonadoptrin“ – ein Hormon, das auf natürlichen Weg während der Schwangerschaft gebildet wird. Es sorgt dafür, dass sich der Fötus im Mutterleib optimal entwickeln kann.

Dank hCG greift der Organismus einer schwangeren Frau die Fettdepots an, sobald die Nährstoffversorgung nicht mehr ausreicht. Das brachte den britischen Arzt Dr. Simeons schon vor über 50 Jahren auf die Idee, Abnehmwilligen das Hormon hCG zu spritzen. Heute gehören die Spritzen der Vergangenheit an. Das Hormon kann in Form von Globuli eingenommen werden.

Globuli – eine neue Wunderwaffe im Kampf gegen die Pfunde?

Die Stoffwechselkur besteht aus zwei Phasen, die je 21 Tage dauern: der Diätphase und der Stabilisierungsphase. Während der Diätphase wird die Kalorienzufuhr auf maximal 500 Kilokalorien pro Tag reduziert. Alkohol, Zucker, Kohlenhydrate und Fette sind streng verboten. Erlaubt sind mageres Fleisch oder Fisch, Tofu, Gemüse und einige Obstsorten, Eier, fettreduzierter Joghurt oder Magerquark. (GALERIE: 12 Wahrheiten über scheinbar gesunde Lebensmittel)

Eine ausreichende Sättigung soll durch eiweißreiche Nahrung herbeigeführt werden. Auf dem Speiseplan stehen zudem diverse Vitalstoffe in Pillenform – und natürlich Globuli. In der Stabilisierungsphase mit noch einmal 21 Tagen sind 1.000 bis 1.200 Kalorien am Tag erlaubt – die Globuli können abgesetzt werden. Auf Zucker und Kohlenhydrate soll jedoch weiterhin verzichtet werden.

Schlecht für den Geldbeutel und die Gesundheit

Die hCG-Kur ist eine klassische Crash-Diät und zudem nicht ganz billig: Allein für Vitalstoffe und Globuli muss man im ersten Monat rund 300 Euro investieren. Die Kosten sind dabei jedoch das geringste Problem. Die Stoffwechselkur ist sogar regelrecht ungesund – Ernährungsexperten raten dringend davon ab: Es gibt keinerlei Nachweis dafür, dass hCG beim Abnehmen hilft.

Wenn sich Erfolge einstellen, dann wohl eher aufgrund der extrem geringen Nahrungszufuhr. Und die ist mehr als bedenklich, denn der Grundumsatz des Körpers, der bei Frauen je nach Körpergewicht mindestens circa 1.200 Kalorien pro Tag beträgt, sollte bei Diäten nie unterschritten werden. Das ist jedoch bei nur 500 Kilokalorien täglich definitiv der Fall.

Hungerstoffwechsel und Jo-Jo-Effekt

Aber was macht die Kur mit dem Körper? Er geht in den Hungerstoffwechsel. D.h. er verbrennt nicht nur Fett, sondern vor allem das körpereigene Eiweiß. Und er leidet – an einem Mangel lebensnotwendiger Nährstoffe. Geschieht dies über mehrere Wochen hinweg, kann es zu andauernder Müdigkeit, Herzrhythmusstörungen, Depressionen und diversen anderen Funktionsstörungen kommen. (GALERIE: Nährstoffmangel: Die Zeichen des Körpers richtig deuten)

Hinzu kommt der gefürchtete Jo-Jo-Effekt: Ohne eine bewusste Ernährungsumstellung fallen die allermeisten Abnehmwilligen nach der Diät sehr schnell wieder in alte Gewohnheiten zurück. Die Folge: Das Endgewicht ist danach meist sogar noch höher als das Ausgangsgewicht vorher. Wer also wirklich nachhaltig abnehmen und das Gewicht danach halten möchte, setzt besser auf eine konsequente und langfristige Änderung seiner Lebensgewohnheiten.

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