Schönheit

Stewardessenkrankheit: Kann Hautpflege schädlich sein?

Gesichtsmaske, Tonic oder Peeling – für eine strahlend frische Haut gibt es so einige Pflegeprodukte. Aber die Redewendung „Viel hilft viel“ gilt nicht bei Beauty-Produkten: Die Haut könnte überpflegt werden. Aber woran merkt man das?

© iStock-Wavebreakmedia

Mischhaut, sensible, fettige oder trockene Haut: Für jeden Typen gibt es spezielle Pflegeprodukte, die abends reinigen und morgens für einen frischen Teint sorgen sollen. Doch was, wenn das Gegenteilige passiert? 

Ist die Haut überpflegt, erkennt man dies an verschiedensten Reaktionen. Die sogenannte „Stewardessenkrankheit“ ist das eindeutigste Zeichen dafür, dass die Gesichtshaut zu viele Pflegeprodukte abbekommen hat. Sie äußert sich in Knötchen oder Bläschen auf geröteter Haut rund um den Mund und wird daher auch als Mundrose oder periorale (zu Deutsch: „um den Mund herum“) Dermatitis bezeichnet. 

Meist sind Frauen betroffen

Die Symptome können sich aber auch am Kinn und in den Falten, die sich von den Nasenflügeln zu den Mundwinkeln ziehen, bemerkbar machen. Selten erscheinen die Rötungen im Bereich der Lider und der Nase. Im schlimmsten Fall kommt es zu Brennen, Schmerzen und Spannungsgefühl an den betroffenen Hautstellen. Die Krankheit ist zwar harmlos und bildet sich meist ohne Narben wieder zurück, allerdings leiden vor allem Frauen unter dem Schönheitsfehler im Gesicht. 

Aber was passiert eigentlich mit der Haut bei Überpflegung? Beauty-Produkte können die Eigenschutz-Mechanismen der Haut stören. Die Folge: Es geht vermehrt Wasser verloren, die Hornschicht quillt auf, das Gesicht spannt und fühlt sich trocken an. Der Teufelskreis beginnt: Betroffene wollen vermehrt mit weiteren Schönheitsprodukten entgegenwirken, die Haut leidet noch mehr und kann sich im schlimmsten Fall schwer entzünden.

Wer glaubt, dass Kortison helfen kann, der irrt gewaltig. Selbst wenn sich das Hautbild durch solche Präparate zunächst verbessert, kann es nach unkontrollierter Anwendung sogar noch schlechter werden. Übrigens stammt daher wohl auch der Name „Stewardessenkrankheit“: Früher brachten Flugbegleiterinnen kortisonhaltige Cremes aus den USA mit nach Deutschland, da sie hierzulande noch verschreibungspflichtig waren. Die vermehrte Anwendung dieser Cremes verursachte bei Stewardessen besonders häufig die periorale Dermatitis.

Weniger ist mehr

So wie die Krankheit kommt, geht sie auch wieder: Das Ungleichgewicht der Haut lässt sich nämlich wieder rückgängig machen, indem man zunächst alle Pflegemaßnahmen weglässt. Betroffene sollten nur warmes Wasser und gegebenenfalls milde Seife zur Reinigung anwenden und auf keinen Fall versuchen, die Stellen mit Make-up zu kaschieren. 

Natürlich klappt das nicht von heute auf morgen – hier ist Geduld gefragt, denn das Hautbild kann sich zunächst nochmals verschlechtern, wenn man die Mittel absetzt. Hier heißt es: Augen zu und konsequent durchhalten, dann wird man auf lange Sicht Erfolg haben, in der Regel ist das nach vier bis sechs Wochen der Fall. Wer unsicher ist, sollte auf jeden Fall einen Hautarzt befragen. Nur er kann wirklich feststellen, um welche Erkrankung es sich handelt und welche Therapien helfen können.

Das könnte Sie auch interessieren