Tierschutz

Soziale Netzwerke ohne Verantwortung? Schwerste Tierquälerei erreicht durch sie ein weltweites Publikum

Katzen in der Mikrowelle, Hunde in der Waschmaschine oder mutwillig zertrampelte Mäuse: Tag für Tag finden Fälle schwerster Tierquälerei in den sozialen Netzwerken ein weltweites Publikum. Möglich wird das, weil die sozialen Netzwerke die Verbreitung dieser Inhalte nahezu uneingeschränkt zulassen.

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„Soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram oder Youtube bieten Tierquälerei allzu leicht eine Plattform. Dadurch wird Gewalt gegenüber Tieren normalisiert und könnte so gesellschaftsfähig werden. Das ist eine offensichtliche Gefahr für die Tiere und deren Schutz weltweit“, sagt Wiebke Plasse, Leiterin Kommunikation der WTG. 
Eine zentrale Forderung der Welttierschutzgesellschaft ist, dass die Gemeinschaftsstandards aller relevanten Netzwerke das Thema Tierleid berücksichtigen. Bei Verstößen ist zudem entscheidend, dass die sozialen Netzwerke unverzüglich handeln. „Wir beobachten, dass Beiträge mit eklatantem Tierleid trotz vieler Meldungen durch die Community nicht oder viel zu spät gelöscht werden, selbst wenn es sich um klare Verstöße gegen die Gemeinschaftsstandards handelt. Dies birgt die Gefahr, dass sich diese Inhalte ungehindert weiterverbreiten – und auch immer mehr Nachahmer finden könnten“, kritisiert Wiebke Plasse. 

Auf lange Sicht müssen gesetzliche Lösungen her

Die Netzwerke werden in einer Petition daher auch aufgefordert, die Einhaltung der um Tierleid ergänzten Gemeinschaftsstandards zu überprüfen und bei Verstößen unmittelbar Konsequenzen einzuleiten, die eine weitere Verbreitung des Inhalts – durch andere und die oder den Ersteller*in – verhindern. Sollten die Netzwerke ihrer Verantwortung zum Schutz der Tiere nicht nachkommen, wird sich die Welttierschutzgesellschaft im Rahmen der Kampagne für eine gesetzliche Lösung auf Bundesebene einsetzen, die ein Verbot der Darstellung von Tierquälerei im digitalen Raum beinhaltet. 
Die Kampagne der Welttierschutzgesellschaft soll zudem Nutzer*innen, die mit den Tierleid-Inhalten konfrontiert sind, zu einem verantwortungsbewussten Umgang anleiten. „Wir wollen vermitteln, dass jedes weitere Teilen und jede Reaktion durch Emoticons oder Kommentare den Inhalten zusätzliche Reichweite verschafft“, so Plasse. Nutzer*innen wird geraten, in Zukunft keine öffentliche Reaktion mehr auf derartige Inhalte zu zeigen und diese stattdessen konsequent an die Moderator*innen der Netzwerke zu melden. 

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