Straßenverkehr

So kommen Sie bei Verkehrsstau am schnellsten vorwärts

Was können wir tun, wenn wir wieder einmal im Stau festsitzen? Verkehrsforscher haben Statistiken ausgewertet – mit diesen überraschenden Ergebnissen.

Verkehrsstau

© imago/Schöning

Staus können jedem die Fahrt vermiesen. Kaum kommen die Sommerferien, wälzen sich die Autoschlangen kilometerweit über die Straßen Richtung Süden. Allein im letzten Jahr hat jeder Deutsche 36 Stunden im Stau verbracht. Mal sind es Baustellen, verengte Fahrbahnen oder Unfälle, die den Verkehr nur schleppend vorankommen lassen. Mal sind auch schlicht zu viele Autos zur selben Zeit unterwegs – und in manchen Fällen scheint es nicht einmal einen Grund für das Verkehrschaos zu geben. Doch was tun?

Dem Stau davonfahren

Fast die Hälfte aller Menschen fährt von der Autobahn ab, wenn sie eine Staumeldung im Radio hört. Doch die Umfahrung lohnt sich nicht: Wer von der Autobahn abfährt und durch nahgelegene Ortschaften zuckelt, braucht deutlich länger, um ans Ziel zu kommen, verraten Statistiken. Selbst ein Wechsel auf eine andere Autobahn bringt nichts. Auch wenn das Navigationsgerät eine andere Strecke vorschlägt – Studien haben gezeigt, dass stoische Autofahrer, die auf ihre altbewährten Strecke beharren, immer noch am besten vorwärts kommen. Einzige Ausnahme: Auf der Autobahn besteht eine Vollsperrung, die den Verkehr über Stunden lahmlegt.

Also möglichst oft Verkehrsfunk hören und auf Warnungen achten? Das ist nicht immer schlau: Zahlreiche Meldungen sind bereits veraltet, wenn sie vorgelesen werden. Die bessere Taktik ist, unerschrocken auf das Stauende zufahren und darauf vertrauen, dass sich der Verkehr bis zum Erreichen wieder beruhigt hat. Solche Zocker kommen – zumindest statistisch gesehen – am schnellsten ans Ziel.
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Ruhe bewahren und den Verkehrsfluss nicht behindern

Doch was tun, wenn man in der Blechlawine festsitzt? Auch hier gilt: Wer ungeduldig wird und ständig die Fahrbahn wechselt, kommt nicht schneller vorwärts. Stattdessen macht er den Stau sogar schlimmer: Da dann die nachfolgenden Autos bremsen müssen, verlängert sich das Verkehrschaos wellenartig nach hinten. 

Und auch wer andere nicht einscheren lässt, schadet dem Verkehrsfluss: Nur mit dem Reißverschlussprinzip kommt Bewegung in den Stau. Wer Drängler in die Schranken weisen will oder bei einer Fahrbahnverengung zu früh auf die zusammengeführte Spur wechselt, sorgt für mehr Verstopfung.

Bis sich das Verkehrschaos gelegt hat, hilft deshalb nur: Geduld haben und die Zeit zur Entspannung nutzen. Denn trotz Forschung und modernster Satellitentechnik lassen sich Staus derzeit noch nicht vermeiden. Immerhin gibt es Hoffnung: Im Jahr 2050 wird sich die Bevölkerung vermutlich so stark verkleinert haben, vermuten manche Forscher, dass Staus der Vergangenheit angehören könnten.

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