Alltag

Murphys Law: Wieso fällt das Brot immer auf die Butterseite?

"Was schief gehen kann, geht schief" – das zumindest besagt Murphys Law. Auf die heimische Situation am Frühstückstisch übertragen bedeutet das: Eine Scheibe Brot, die vom Tisch rutscht, landet bevorzugt mit der Butterseite nach unten. Doch stimmt das wirklich?

© imago-Westend61

Wem ist das noch nicht passiert: Morgens schnell noch ein Brot geschmiert, einen Moment nicht aufgepasst, schon segelt die Scheibe zu Boden – und natürlich mit der Butterseite nach unten. Natürlich? Murphys Law zumindest behauptet das, das Gesetz, nach dem alles schiefgeht, was schiefgehen kann. Doch ist das nur Einbildung, selektive Wahrnehmung? Oder lässt sich die Theorie auch wissenschaftlich belegen?

Alles, was schief geht...

Um das ein für alle Mal zu klären, nahm sich der britische Mathematiker Robert Matthews des Problems an. Er führte mehrere Großversuche mit etwa 150.000 Schülern und Toastscheiben durch. Schließlich kam er zu folgendem Ergebnis: Wird ein Toast in die Luft geworfen, fällt er ebenso häufig auf die nackte Seite wie auf die Butterseite. Doch wenn Winkel, Größe des Toasts und seine Fallhöhe in einem ganz bestimmten Verhältnis zueinander stehen, landet er eher auf der Butterseite. Dieses Verhältnis trifft unglücklicherweise genau auf eine normale Tischhöhe zu: Dem Toast bleibt exakt die Zeit, die er für eine einfache Drehung um 180 Grad braucht – und die Butterseite klebt am Boden.

Abhilfe lässt sich kaum schaffen: Erst ab einer Tischhöhe von etwa zwei Metern erledigt sich das Problem, denn dann dreht sich das Brot einmal um sich selbst. Auch das Gewicht der Butter hat keinen Einfluss: Sie macht maximal zehn Prozent der Gesamtmasse aus und beeinflusst die Flugeigenschaften nur minimal. In diesem Fall hatte Murphy mit seinen fatalistischen Gesetzen also tatsächlich Recht. Und Robert Matthews erhielt für seine Analysen – übrigens mit dem schönen Titel "Tumbling Toast, Murphy’s Law and the Fundamental Constants" – 1996 den "Ig-Nobelpreis", eine Art Anti-Nobelpreis für skurrile Projekte und Forschung, die keiner braucht.

... geht auch schief

Und wer war nun eigentlich Murphy, der die Frage nach dem Toast aufgeworfen hatte? Edward A. Murphy diente in den vierziger Jahren der US Air Force. Zugleich arbeitete er als Konstrukteur am Wright Field Aircraft Lab. Als sich einer seiner Forschungsaufträge durch zahlreiche Missgeschicke verzögerte, äußerte er den inzwischen berühmt gewordenen Satz: "Anything that can go wrong will go wrong". Offenbar sprach er damit zahlreichen seiner Mitmenschen aus der Seele, denn sein Ausspruch avancierte schnell zum geflügelten Wort.

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