Frage der Woche

Können Spinnen wieder aus dem Staubsauger herauskrabbeln?

Ist die Spinne wirklich tot wenn man sie mit dem Staubsauger einfängt – oder krabbelt sie bei nächstbester Gelegenheit wieder aus dem Beutel heraus?

Staubsauger

© Imago/Westend 61

Forscher unterscheiden rund 600 verschiedenen Phobien – doch keine ist weiter verbreitet als die Angst vor Spinnen. Bis zu fünfzig Prozent aller Deutschen ekeln sich vor den langbeinigen  Kriechtieren. Um sie wieder loszuwerden, ohne ihnen wirklich nahekommen zu müssen, greifen viele zum Staubsauger. Nur: Was geschieht darin mit der Spinne? Stirbt sie? Oder nistet sie sich im Staubsaugerbeutel ein, um ganze Spinnenkolonien auszubrüten? Nahrung gäbe es hier schließlich genug, und beim Entsorgen könnten die Tiere doch problemlos wieder in die Freiheit springen.

Tod mit schlimmen Qualen

Normalerweise ist es für Spinnen unmöglich, eine Attacke mit dem Staubsauger zu überleben. Das Gerät zieht sie mit einer Soggeschwindigkeit von etwa 85 Kilometer pro Stunde in 0.021 Sekunden ein. Im Schlauch wird das Tierchen zuerst wild herumgewirbelt und prallt dann mit Wucht auf die in vielen Staubsaugern befindliche Rückschlagsicherung auf. Sollte die Spinne selbst diesen Höllenritt überleben, so erstickt sie nach kurzer Zeit aufgrund von Sauerstoffmangel. Die Dreckpartikel aus Staub, Haaren und anderen in Staubbeuteln vorkommenden Materialen schnüren den Arachniden die Atemluft ab.
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Hinzu kommt: Durch den Sog des Staubsaugers wird die Spinne gegen die Beutelwand gepresst und mit eingesaugtem Staub und anderen harten Dreckpartikeln beschossen. Der Effekt entspricht dem Abfeuern einer Schrotflinte. Spätestens hier ist das Schicksal des Tieres besiegelt. Experten geben sogar noch einen zusätzlichen Tipp: Wenn man das Staubsaugerrohr bei laufendem Betrieb mehrmals kurz zuhält, entsteht ein Unterdruck, dem selbst die zäheste Spinne zum Opfer fällt.

Aber muss es wirklich so brutal sein? Beim Tod im Staubsauger erleiden Spinnen schlimmste Qualen. Netter ist es, ein Glas über die Tiere zu stülpen, und sie wieder nach draußen zu befördern. Schließlich gibt es in ganz Europa keine einzige der 30.000 Spinnenarten, die Menschen gefährlich werden. Und: Im Gebüsch vor unserem Haus sind Spinnen sogar nützlich. Sie schützen uns zuverlässig vor lästigen Mücken, Fliegen, Blattläusen, kleinen Käfern, Wespen oder Motten.

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