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Indien für Entdecker: Das Weltkulturerbe Hampi

In Südindien befindet sich Hampi, die Hauptstadt des letzten großen Hindu-Reichs Vijayanagara. Seit 1986 gehört die Stadt zum UNESCO- Weltkulturerbe.

© Andrea_Sauer

Die reichen Hindu Prinzen erbauten Tempel und Paläste in der Zeit vom 14. bis zum 16. Jahrhundert. Schon damals sorgten diese Bauten für große Begeisterung unter den Besuchern. Die Stadt ist wie ein großes Open-Air Museum mit mehreren tausend Gebäuden. Angeblich lebten zu der Zeit des Königreichs eine halbe Millionen Menschen in der Stadt. 
Hampi liegt inmitten einer Felslandschaft, umgeben von saftig grünen Reisfeldern und Bananenplantagen, welche durch den Tunghabhadra-Fluss bewässert werden. Der Virupaksha Tempel war im Hindureich der heiligste Tempel und besitzt eine enorme 
Größe. Er ist über 40 Meter hoch. 

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Auch heute wird er noch als Gebetsstätte genutzt und ist vor allem für die Anhänger des Lord Shiva eine bedeutende Pilgerstätte. Hier wohnt auch der Tempelelefant Lakshimi. Um seinen Segen zu erhalten, muss man eine Rupie auf seinen Rüssel legen.
Es lohnt sich auf den Hamakuta Berg zu wandern. Er liegt gegenüber des großen Tempels und auf dem Weg nach oben befinden sich weitere Tempel, in denen wilde Affen wohnen. Von oben hat man einen atemberaubenden Blick über die mystische Landschaft. Sich auf dem Berg einen Sonnenauf- oder -untergang anzusehen, ist ein unvergessliches Erlebnis.
Vom Ganesha Tempel aus hat man eine wunderbare Aussicht auf alle Monumente Hampis.

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Jeder Tempel ist anders und besitzt Eigenschaften und Besonderheiten, die ihn von den anderen Tempeln unterscheiden.
Die königliche Rama Familie zum Beispiel hauste im Hazara Rama Tempel. In dem damaligen Privattempel kann man zahlreiche Wandtafeln besichtigen, welche die Geschichte der königlichen Familie zeigen. Im Eingangsbereich des Balakrishna Tempels sieht man faszinierende Tierstatuen. Dieser Tempel ist besonders lichtdurchflutet. Wie weit fortgeschritten die architektonischen und ingenieurstechnischen Leistungen in der damaligen Zeit bereits waren, erkennt man sehr gut am Shri Vijayavitthala Tempel. Dieser gilt als der beeindruckendste in ganz Hampi. Hier kann man als Besucher träumen, da die zahlreichen Tempelsäulen von Lichtreflexionen durchflutet werden und man das Gefühl für Raum und Zeit verliert. In diesem Tempel erkennt man sehr gut die Wasserkanäle und das dazugehörige Wasserversorgungssystem von Hampi. Die damaligen Kanäle und Wasserbehälter werden heute noch verwendet.

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Die Tempel dürfen nur barfuß betreten werden, was bei den heißen Temperaturen jedoch eher schmerzhaft als befreiend ist. Deshalb werden die Böden ständig bewässert, um der Hitze ein wenig entgegenzuwirken.
Weitere Highlights sind die mit Kuppeln bedeckten Elefantengaragen und der Pavillon Lotus Mahal, der nur der Königin vorbehalten war. Außerdem das Queen´s Bath, ein großes Becken, das nur den Damen zum Baden zur Verfügung stand und durch Schirme vor der Sonne geschützt wurde.
Auf dem ganzen Gelände findet man Makaken-Affen, die überhaupt nicht menschenscheu sind und sich gerne fotografieren lassen.
Im Sommer steigt die Temperatur bis zu 41°C an, weshalb es empfehlenswert ist, die Tempelanlagen in den Wintermonaten von Oktober bis März zu besuchen, hier sinkt die Temperatur auf 24°C.
Man sollte aufgrund der Weitläufigkeit der Anlage 2-3 Tage in Hampi einplanen und auch die Landschaft drum herum als auch das nahegelegene Dorf Anegondi besichtigen. Hier findet man Überreste von Tempeln und Palästen aus damaligen Zeiten. 

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