Tourismus

Grüner Urlaub: So verändert sich das Reisen nachhaltig

Urlaub ist die schönste Zeit im Jahr. Nur leider geht sie viel zu häufig auf Kosten der Umwelt. Rund fünf Prozent der jährlichen Treibhausgasemissionen entstehen durch den Tourismus und knapp 80 Prozent davon werden durch die dafür genutzten Verkehrsmittel verursacht. Sollten wir deshalb ganz auf Urlaub verzichten? Nein, aber man sollte umdenken und einige Punkte beachten. So klappt es auch im Urlaub, den eigenen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren.

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Muss es immer in die Ferne gehen? Je weniger Distanz wir für unseren Urlaub zurücklegen, umso besser für die Umwelt. Lieber ein langer Urlaub als drei Kurztrips. Je länger wir an einem Urlaubsort verweilen, desto schonender für unseren ökologischen Fußabdruck. Flugreisen sind ein Klimakiller. Gerade auf kürzeren Strecken innerhalb Europas ist die Bahn eine klimafreundliche Alternative. Auch im Urlaub will man mobil sein, aber muss es immer das eigene Auto sein? Viele Ferienregionen haben ein hervorragendes öffentliches Nahverkehrsnetz. Auch im Urlaub sollte man darauf achten, unnötigen Müll zu vermeiden. Und last but not least: Augen auf bei der Wahl des Urlaubsorts! Klimasünder Nummer 1 sind Kreuzfahrtschiffe, das wissen wir mittlerweile. Aber auch auf dem Land gibt es große Unterschiede im Umwelt-Verantwortungsbewusstsein von Urlaubsdestinationen.

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So argumentiert man in Laax, einer Modellregion in Sachen Nachhaltigkeit
„Wir werden bis 2030 klimaneutral sein!“, sagt Reto Fry, der Umweltbeauftragte der Weissen Arena Gruppe, die neben den Bergbahnen im Schweizer Laax auch diverse Hotel- und Gastronomiebetriebe betreibt. „Wir werden mit all unseren Betrieben nicht nur klimaneutral, sondern haben eine Vision für Laax. Wir möchten die gesamte Destination von einem Verbraucher zu einem Produzenten transformieren. So werden wir die erste klimafreundliche Alpendestination!“
Laax will seine „Grünifizierung” mithilfe eines Sieben-Punkte-Plans umsetzen. Erstens: Elektrifizierung der Mobilität, also E-Autos und Ladeinfrastruktur statt Verbrenner. Zweitens: Energiespeicherung durch Speicherseen, Wasserstofftechnik und Batterien. Drittens: Ölheizungen raus aus Hotels & Co., klimafreundliche Heizungsanlagen rein. Viertens: energieeffizienter leben – also E-Mobilität, ökologische Um- und Neubauten sowie Fuß- und Fahrradverkehr stärken. Fünftens: Solarpanels auf die Dächer. Sechstens: den Bau von Windparks, Wasserkraft, Photovoltaik forcieren. Und Siebtens: digitale Vernetzung von Erzeuger, Speicher und Verbraucher.
Was auf den ersten Blick recht theoretisch klingt, ist ein von langer Hand geplantes Vorreiter-Konzept, das bereits seit zehn Jahren von der Weisse Arena Gruppe Step-by-Step in die Praxis umgesetzt wird. 

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So geht ökologische Nachhaltigkeit in den Bündner Alpen: Elektrische Bagger und Kameras über den Mülltonnen
Es sind viele kleine Schritte, die Laax seinem Ziel näherbringen. Vergangenes Jahr wurde zum Beispiel der erste zu 100 Prozent CO2-neutrale Bike-Trail gebaut. Selbst die Bagger werden hier mit Strom und nicht mit Diesel betrieben. Auch sind die Arbeitskleidungen aller Weisse Arena Gruppe-Mitarbeitenden Bluesign-zertifiziert. In den Restaurants erfassen Müllkameras die Abfalltonnen, damit die Betriebe effizienter Wirtschaften und Einkaufen können. Reto Fry ist sich sicher, dass eine nachhaltige Handlungsweise auch bei den Gästen gut ankommt: „Die Leute werden in Zukunft immer stärker klimafreundliche Destinationen bevorzugen, die eine Balance finden zwischen dem Schützen, dem Nützen und dem Inwertsetzen ihrer Natur“.

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