Tierwelt

Erstaunliches Talent: Warum können Papageien sprechen?

Sie sind die fliegenden Könige des Regenwalds – und reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist: Papageien. Ihre Fähigkeit, die menschliche Stimme nachzuahmen, macht sie zu einem besonders beliebten Freund des Menschen. Doch warum können die Vögel überhaupt sprechen?

Papageien

© imago-fotoimedia

Papageien gehören zu den intelligentesten Vögeln der Welt. Manche Arten, wie etwa der Kea, können sogar Werkzeuge benutzen und Puzzles zusammenlegen. Berühmt sind Papageien für ihre Fähigkeit, Laute nachzuahmen und darüber zu kommunizieren. Doch wie machen sie das?

Vögel mit Fremdsprachenkenntnissen

Rein anatomische Voraussetzungen für das Sprechen sind Atmungsapparat, Kehlkopf mit Stimmlippen und Mundraum. Den bunten Exoten jedoch fehlen Stimmlippen. Stattdessen besitzen sie ein ganz eigenes Organ zur Bildung von Lauten: die sogenannte Syrinx. Sie besteht aus dünnen Membranen, die nahe der Gabelung der Luftröhre bei den Bronchien liegen. Sie ist in einen Luftsack eingebettet, der zugleich als Resonanzkörper dient. Wenn Luft aus den Bronchien über die Luftröhre in den Rachen strömt, beginnen die dünnen Membrane zu schwingen und Töne zu erzeugen. Dieser Mechanismus ähnelt dem der Stimmlippen beim Menschen. Für die zahllosen Variationen dieser Töne ist aber die ungewöhnlich große und kräftige Zunge der Papageien verantwortlich. Mit ihr modulieren die Vögel einzelne Laute – fast wie wir.
Manchen Tierarten ist eine bestimmte Tonfolge bereits angeboren. Beispiele dafür sind das „Kikeriki“ des Hahns oder das „Kuckuck“ des Kuckucks. Andere Vogelarten dagegen können verschiedene Melodien erlernen. Papageien, aber auch Raben oder Stare sind in der Lage, fremde Geräusche nachzuahmen. Dieses angeborene Talent dient vermutlich der sozialen Interaktion – eindeutig geklärt werden konnte das bislang nicht. Da sich diese Fähigkeit auf beliebige Geräusche und Tonfolgen erstreckt, können Papageien auch „Fremdsprachen“ wie Menschenlaute erlernen. Dann dient die Imitation der Kommunikation mit dem menschlichen Ersatzpartner. Am stärksten ausgeprägt ist der Nachahmungstrieb bei Graupapageien. Aber auch andere Arten wie Aras, Kakadus, Amazonen, Nymphen- und Wellensittiche können sehr gut sprechen lernen.

Gefiederte Partner bevorzugt

Von Natur aus sind Papageien gesellige Vögel, die in ihrer natürlichen Umgebung in Gruppen leben. Zwar imitieren sie die menschliche Sprache meist schneller, wenn sie allein gehalten werden – doch wer wirklich möchte, dass sich ein fliegender Hausgenosse wohlfühlt, der sollte ihm einen gefiederten Partner schenken.

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