Dreitausender-Besteigung

Dünne Luft schnuppern: So erreichst du dein Gipfelziel

Geschafft! Der Gipfel eines Dreitausenders! Wer es aus eigener Kraft hier hoch geschafft hat, kann zu Recht stolz auf seine Leistung sein. Für viele Bergwanderer markiert er die „Schallmauer“ dessen, was sie leisten können. Aber: Dreitausender ist nicht Dreitausender. Nicht jeder Berg dieser Höhe erfordert Top-Kondition, Klettererfahrung oder das Queren eines Gletschers.

© Nationalpark_Hohe_Tauern_Martin_Lugger

So zum Beispiel in Osttirol: Die einzigartige Gebirgslandschaft und die alpine Kompetenz der einheimischen Berg- und Wanderführer machen die Region im Süden Österreichs zum idealen Ziel für Bergfreunde, die erstmalig die dünne Luft eines Dreitausenders schnuppern möchten. Hier gibt es insgesamt 266 Gipfel, welche diese Marke übertreffen. Die höchsten sind natürlich vergletschert, aber einige von ihnen auch auf mehr oder weniger einfachen, markierten Wanderwege erreichbar. Die Talorte liegen hier in Osttirol schon richtig hoch – das verkürzt den Aufstieg um einige Höhenmeter. Und am Gipfel strahlt einen nicht eine Hundertschaft von Touristen entgegen, sondern meist nur die Sonne.
Die Chancen stehen also gut, dass man irgendwann mit vollem Stolz sagen kann: „Meinen ersten Dreitausender habe ich in Osttirol bezwungen!“

© TVB_Osttirol_Johannes_Geyer

Hier, in der südöstlichen Enklave des Bundesland Tirol, gibt es zwischen den zackigen Lienzer Dolomiten und dem Nationalpark Hohe Tauern jede Menge Höhepunkte: Die Seespitze (3.021 m) ist der vielleicht meistbesuchte Berg mit der magischen Drei an erster Stelle in ganz Osttirol. Sie sieht aus wie eine Pyramide und gilt als leichter Dreitausender. Dennoch darf auch sie natürlich nie unterschätzt werden. Vom Talort Trogach (1.700 m) im Defereggental warten gut 1300 Höhenmeter auf Gipfelaspiranten. Der Lohn der Mühe: eine ausgesprochen ausgezeichnete Aussicht.
Die Panargenspitze liegt im Nationalpark Hohe Tauern. Der Normalweg beginnt am Alpengasthaus Oberhaus, das schon 1.756 Meter hoch liegt. Über einen Steig geht’s zum Ochsenhof, später weglos über Eggsee und Sandbichl in eine Scharte und über den Südgrat in leichter Kraxelei (Schwierigkeitsgrad I) zum Gipfel. Der ist stramme 3.117 Meter hoch. Danach schmeckt das Abendessen im Hotel doppelt gut!

© TVB_Osttirol_Thomas_Herdieckerhoff

Der Glödis sieht dem echten Matterhorn recht ähnlich, ist mit seinen 3.206 Metern aber gut 1.200 Meter niedriger als sein Walliser Vorbild. Dafür ist der formschöne Zinken vom Debanttal aus viel einfacher zu besteigen. Am Gipfel angekommen, liegt einem die Welt (und Osttirol) zu Füßen.
Manchmal ist das Bergleben schon ungerecht: Da nennt sich eine ganze Gebirgsgruppe nach einem Berg, und dann ist der Namensgeber nur der vierthöchste. Wie beim Hochschober. Dem 3.242 Meter hohen Charakterkopf steigt man am einfachsten aus dem Leibnitztal und via Hochschoberhütte aufs felsige Dach. Aber Obacht: Unterhalb der Staniskascharte will ein recht steiler Gletscher(rest) überquert werden.
Bei allen Dreitausendern gilt: Am besten unternimmt man solch eine Bergtour in Begleitung eines einheimischen Bergführers, um das Erlebnis in allen Zügen genießen zu können.

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