Bedrohte Arten

Bogenstirn-Hammerhai: Soziale Haie mit großem Hammerkopf

Der Bogenstirn-Hammerhai steht auf der Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation (IUCN) und ist aktuell als „critically endangered“ klassifiziert – vom Aussterben bedroht. Eine Stufe vor „extinct in the wild“ – ausgestorben. Bogenstirn-Hammerhaie sind faszinierende Meeresbewohner mit erstaunlichen Fähigkeiten.

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Bogenstirn-Hammerhaie sind die zweitgrößte bekannte Hammerhai-Spezies und trotz ihrer imposanten Erscheinung äußerst gesellig. Sie können es auf mehr als vier Meter Länge bringen und bringen ausgewachsen über 150 Kilo auf die Waage. Nur der Große Hammerhai ist noch imposanter. Denn der erreicht, seinem Namen entsprechend, über sechs Meter Körperlänge. Man trifft sie in kleineren bis teilweise sehr großen Gruppen oder Schwärmen an. Dabei können sich auch schon mal mehrere Tausend Tiere versammeln. Mit körpersprachlichen Signalen stimmen sie nicht nur ihr Schwarmschwimmverhalten untereinander ab, sondern legen auch eine Rangordnung fest. Viel mehr weiß man über ihre Kommunikation nicht. Sie können raketenartig aus warmen 100 Meter Wassertiefe in kalte über 800 Meter abtauchen, dabei halten sie ihre Körpertemperatur relativ konstant. In dem von der Deutschen Stiftung Meeresschutz unterstützen Haischutzprojekt im Banda Islands Marine Protected Area (MPA) in Indonesien gibt es noch größere Bestände der zweitgrößten Hammerhaiart. Gefährdet sind sie durch die gezielte Haiflossenfischerei (Shark Finnning), gezielte Haifischerei und durch Beifangverluste (FAD-Fischerei).

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Tagsüber zusammen – nachts lieber allein
Die meisten Haie, wie der legendäre Weiße Hai, durchstreifen die Weltmeere als Einzelgänger. Bogenstirn-Hammerhaie dagegen zeigen sich sehr gesellig. So trifft man sie in kleineren bis teilweise sehr großen Gruppen oder Schwärmen. Dabei können sich auch schon mal mehrere Tausend Tiere versammeln. Nachts dagegen geht man lieber allein auf die Jagd. Zunächst schwimmen sie gemütlich in 100 Metern Wassertiefe umher. Von dort unternehmen sie urplötzliche Tauchsprints in größere Tiefen. Ausgewachsene Bogenstirn-Hammerhaie kennen nur Orcas als natürliche Feinde. Suchen sie daher tagsüber Schutz in der Gruppe? Vielleicht. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass sie einfach nur gerne zusammen sind. Denn ihr Kommunikationsrepertoire ist, soweit bislang bekannt, ebenso überraschend wie umfangreich.
Mit körpersprachlichen Signalen stimmen sie nicht nur ihr Schwarmschwimmverhalten untereinander ab, sondern legen auch eine Rangordnung fest. Und wer weiß, was Drehungen, Schütteln des mächtigen Hammerkopfes, Öffnen der Kiefer oder Schwimmen in Schleifen sonst noch alles zu bedeuten haben?

Immer schön nach Geschlechtern getrennt
Männchen und Weibchen treffen sich fast nur in den Sommermonaten zur Partnersuche. Ansonsten ist man lieber unter sich. Bei der Partnerwerbung gehen sie relativ grob zu Werke. Es kann zu Verletzungen kommen. Dies führt zu den bei ihnen typischen Narben. Neun bis zehn Monate dauert es dann, bis die Weibchen zwischen 10 und 40 aus einer Dottersack-Plazenta im Mutterleib geschützt geschlüpfte Junghaie lebend gebären (Ovoviviparie). Für die Geburt der zwischen 40 und 55 Zentimeter kleinen Haie wandern die Weibchen in flachere Meeresregionen. Hier bleiben die Jungtiere in größeren gemischtgeschlechtlichen Gruppen zusammen und verbringen ihre ersten Lebensjahre gemeinsam.

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