Brand

Achtung Feuer! Wie verhält man sich bei einem Brand?

Etwa 200.000 Mal im Jahr muss die Feuerwehr in Deutschland ausrücken – und trotzdem sterben jährlich etwa 600 Menschen an Wohnungs- oder Hausbränden. Wie sollte man am besten reagieren, wenn ein Feuer ausbricht und wie kann man auch anderen Menschen das Leben retten?

© iStock-ArishaRay

Jedes Jahr sterben etwa 600 Menschen durch Brände, jedoch nicht durch das Feuer selbst: Etwa 90 Prozent kommen durch die giftigen Rauchgase um. Daher ist es sinnvoll, sich immer sofort und so schnell wie möglich in Sicherheit zu begeben. Aber was gilt es noch zu beachten?
 
Zunächst gilt: Ein Feuerlöscher sollte in keinem Haus oder Wohnung fehlen. Denn hat sich das Feuer noch nicht ausgebreitet, kann man es in vielen Fällen damit bekämpfen. Aber was tut man, wenn ein Brand doch außer Kontrolle gerät? 

Nicht in Panik geraten

Obwohl beim Ausbruch eines offenen Feuers höchste Eile geboten ist, sollte keine Panik aufkommen. Denn die führt nicht selten zu Fehlern, die fatale Folgen haben können. Daher ist es wichtig, sich schon im Voraus Gedanken darüber zu machen, was bei einem Feuer zu tun ist. 
 
Das größte Problem stellt immer der Rauch dar. Da dieser zunächst sehr heiß ist, gelangt er durch den thermischen Auftrieb an die Decke. Von dort breitet er sich wieder Richtung Boden aus. Bevor das passiert, sollte man sich unterhalb des Rauches bewegen, indem man z.B. über den Boden kriecht. In Mehrfamilienhäusern sollten Betroffene ihren Fluchtweg stets in Richtung Erdgeschoss wählen. Auf dem Weg dorthin sollte man – sofern es zeitlich möglich ist – seine Nachbarn warnen. Der Fahrstuhl ist dabei absolut tabu, da er schnell zur tödlichen Falle werden kann. Im Treppenhaus empfiehlt es sich, das Geländer zu nutzen, um zu vermeiden, dass man von anderen Bewohnern überrannt wird. 

Sofort die Feuerwehr alarmieren

Sobald es möglich ist, sollte man die Feuerwehr alarmieren. Ganz wichtig ist, dass man dies erst im Freien tut – also sobald man sich selbst in Sicherheit gebracht hat. Auch hier gilt: Ruhe bewahren und deutlich seinen Namen und die exakte Adresse nennen. Darüber hinaus sollte man die Feuerwehr darüber unterrichten, wie weit das Feuer ausgebrochen ist, welcher Stock brennt und ob sich noch Personen im Gebäude aufhalten. So kann sich die Feuerwehr auf ihren Einsatz einstellen und weiß, mit welchen Fahrzeugen und Geräten sie ausrücken muss.

Nicht den Helden spielen

Viele Menschen haben beim Ausbrechen eines Feuers große Angst um ihr Hab und Gut. Daher versuchen Betroffene in der Regel, die wichtigsten Dinge einzupacken, bevor sie die Flucht ergreifen. Teilweise versuchen sogar einige Menschen wieder ins brennende Gebäude zu gelangen, um noch Wertsachen herauszuholen. Von solchem Verhalten rät die Feuerwehr dringend ab. Denn obwohl es nur schwer vorstellbar ist, seinen ganzen Besitz zu verlieren, sollte das eigene Leben immer Vorrang haben. Alles andere lässt sich in irgendeiner Form wieder ersetzen. 
 
Die Bewohner des brennenden Gebäudes sollten sich im Freien versammeln. Dadurch haben sie die Möglichkeiten, den Rettungskräften nähere Informationen zu geben. Das ist in den meisten Fällen eine große Hilfe für die Feuerwehrleute. Zudem lässt sich auf diese Weise feststellen, ob sich noch Personen im Gebäude befinden, oder ob sich alle retten konnten.

Wenn keine Flucht möglich ist

Trotz Rauchmelder und modernster Technik besteht immer die Gefahr, dass man ein Feuer zu spät bemerkt oder es sich besonders schnell ausbreitet. Besonders schlimm ist es auch, wenn das Feuer im Treppenhaus ausbricht – dann ist keine Flucht mehr möglich. In solch einem Fall ist es ratsam, sich auffällig an den Fenstern zu zeigen. Nur so können Rettungskräfte die Personen in größter Gefahr bemerken und Hilfe leisten.
 
In vielen Fällen hilft auch die Flucht in einen Raum, in dem es nicht brennt. Dazu eignet sich das Bad meistens sehr gut. Dort gibt es Handtücher und Wasser. Damit lassen sich Ritzen an der Tür leicht abdichten. Die feuchten Handtücher müssen nur entsprechend verteilt werden. Dann können die gesundheitsschädlichen Rauchgase nicht mehr in den Raum eindringen.
 
Es gibt auch einen sogenannten Toilettenschnorchel. Dabei handelt es sich um einen Schlauch, der durch den Siphon der Toilette hindurchgeführt wird. Dadurch kann man die Luft aus den Abwasserrohren atmen. Ein Filter mit Aktivkohle schützt vor schädlichen Gasen. Ob der WC-Schnorchel wirklich funktioniert, ist allerdings fragwürdig. Daher sollte er nicht erst im Extremfall zum Einsatz kommen.

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