Berufsleben

Zusatzleistungen: Sinnvolle Alternative zur Gehaltserhöhung

Wer hat sich noch nicht über eine Gehaltserhöhung gefreut, um dann am Ende des Monats feststellen zu müssen, dass der Nettobetrag fast gleich geblieben ist? Alternativ kann man seinen Chef auch nach Zusatzleistungen fragen – denn davon profitieren beide Seiten.

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Es gibt sicherlich angenehmere Dinge im Berufsleben, als den Chef um ein höheres Gehalt zu bitten. Selbst wenn man ein ausgezeichnetes Verhältnis zu seinem Vorgesetzten hat, ist eine Gehaltsverhandlung noch immer ein schwerer Gang. Geld ist einfach ein heikles Thema. Und als ob es nicht schwer genug wäre, muss eine Gehaltserhöhung auch relativ üppig ausfallen, damit sie sich am Ende auch beim Nettogehalt bemerkbar macht.

Um wenigstens dieses Problem zu umgehen, kann man seinen Chef auch um sogenannte Zusatzleistungen bitten. Diese Boni sind steuerfrei und kommen daher in voller Höhe beim Arbeitnehmer an. Auch die finanzielle Belastung für den Arbeitgeber ist dadurch geringer. 

Arten von Zusatzleistungen

Der Gesetzgeber sieht eine Reihe von steuerfreien Vergünstigungen vor, mit denen Arbeitgeber das Gehalt ihrer Mitarbeiter ohne allzu großen finanziellen Aufwand anheben können.

  • Gutscheine für den öffentlichen Nahverkehr, Tanken oder kulturelle Veranstaltungen bleiben bis zu einer Höhe von 44 Euro im Monat steuerfrei, wenn sie nicht in bar ausgezahlt werden können.
  • Eine sehr beliebte Alternative zur Gehaltserhöhung ist es, sich vom Arbeitgeber bei der Kinderbetreuung unterstützen zu lassen. Dabei gibt es nämlich keine Obergrenze. Egal ob KiTa, Tagesmutter oder sogar Übernacht-Betreuung: Alle Gebühren kann die Firma steuerfrei und in voller Höhe übernehmen.
  • Hat ein Unternehmen keine eigene Kantine, so kann man den Chef um Essensgutscheine bitten, die bis zu einer Höhe von gut sechs Euro am Tag steuerfrei sind. Eingelöst werden können sie sowohl in Restaurants als auch in Supermärkten.
  • Technische Geräte, wie Smartphones oder Tablets, können sich Arbeitnehmer kostenlos und steuerfrei zur Verfügung stellen lassen. Solange sie im Besitz der Firma bleiben, können sie auch ausschließlich privat genutzt werden.
  • Muss man als Arbeitnehmer eine Zweitwohnung anmieten, um seinen Beruf ausüben zu können, kann man die Miete nicht nur steuerlich geltend machen, sondern auch vom Arbeitgeber bezuschussen lassen. Sie darf jedoch den ortsüblichen Standard nicht überschreiten. Außerdem darf die Wohnung ausschließlich vom Arbeitnehmer alleine genutzt werden. Zusätzliche Kosten wie etwa Gebühren für die Müllbeseitigung kann man sich in voller Höhe steuerfrei erstatten lassen
Eine weitere Möglichkeit, die zwar nicht komplett steuerfrei, für den Arbeitnehmer aber trotzdem finanziell vorteilhaft ist: die private Nutzung eines Firmenwagens. Bei der Versteuerung hat man zwei verschiedene Optionen:

  • Die Ein-Prozent-Rechnung: Pauschal wird jeden Monat 1 Prozent des Listenneupreises versteuert, dazu kommen 0,003 Prozent dieses Preises pro Monat und Kilometer zur Arbeitsstätte. Wer also beispielsweise ein Fahrzeug im Wert von 40.000 Euro fährt und 50 Kilometer von der Arbeit entfernt ist, muss 12.000 Euro versteuern. Der Betrag setzt sich zusammen aus 4.800 Euro (1 Prozent des Listenpreises) zzgl. 7.200 Euro (0,03 Prozent mal 30 Kilometer mal 12 Monate).
  • Fahrtenbuch: Wird der Wagen nur sehr sporadisch privat genutzt, empfiehlt es sich, ein Fahrtenbuch zu führen, in dem jede private Fahrt exakt dokumentiert wird.

Als Arbeitgeber den Überblick behalten

Es gibt also diverse Wege, als Arbeitnehmer von steuerfreien Extrazuwendungen zu profitieren. Auch für Arbeitgeber sind sie durchaus sinnvoll, da sich im Vergleich zur klassischen Gehaltserhöhung mit weniger Aufwand ein größerer Effekt erzielen lässt. Es kann allerdings mitunter schwierig werden, den Überblick zu behalten und alle Zusatzleistungen richtig zu verbuchen. Um dieses Problem und daraus resultierenden Ärger mit dem Finanzamt zu vermeiden, empfiehlt es sich daher, ein modernes Lohnabrechnungsprogramm zu verwenden.
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