Frage der Woche

Woher kommt die Vorstellung, dass Hexen auf einem Besen reiten?

Typische Hexen, wie sie uns unzählige alte Märchen und Erzählungen schildern, reiten hoch oben auf einem Besen durch die Lüfte. Eigentlich eine merkwürdige Vorstellung – wie ist sie entstanden?

Warum reiten Hexen auf Besen?

© iStock/gorsh13

Dass Besen mit weiblicher Magie in Verbindung gebracht werden, ist spätestens bei den alten Römern belegt: Damals kehrten die als weise geltenden Hebammen nach der Geburt eines Kindes die Hausschwelle, um böse Geister fernzuhalten. Eine ähnliche Funktion hatte in späteren Jahrhunderten ein Hochzeitsbrauch: Beim Betreten ihres neuen Heims mussten Frischvermählte über einen Besen springen. Wie aber kam es dazu, dass man glaubte, Hexen könnten sich mithilfe eines Holzstabes, an dem ein Reisigbündel befestigt war, in die Lüfte erheben?

Hexenprozesse und Goethe

Hinweise darauf finden sich in alten Akten aus Hexenprozessen, in denen kräuterkundige Frauen angeklagt wurden, schadenbringend zu zaubern und mit dem Teufel im Bunde zu stehen. Von geheimnisvollen Flugsalben ist dort die Rede – Mitteln, die sicherlich nicht tatsächlich das Fliegen ermöglichten, aber diese Vorstellung hervorriefen. Zu ihrer Herstellung wurden halluzinogene Nachtschattengewächse und Pilze verwendet, die im Gehirn Wahnvorstellungen auslösen. Die Frauen, die sich mit einer solchen Salbe eingerieben hatten – sie wurde übrigens auch auf den Besen aufgetragen – hatten im Drogenrausch das Gefühl, weit über der Erde zu fliegen.

Im Laufe der Jahrhunderte entstand schließlich der Mythos von der Walpurgisnacht, den auch Goethe in seinem Bühnenwerk „Faust“ aufgreift: Jedes Jahr versammeln sich angeblich alle Hexen in der Nacht zwischen dem 30. April und dem 1. Mai auf dem Blocksberg. Dorthin reiten sie überlieferten Darstellungen nach nackt auf ihrem Besen, um dort zügellos um ein Feuer zu tanzen. Die sexuelle Bedeutung, die dem Hexenbesen schon immer zugeschrieben wurde, wird hier mehr als deutlich.

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