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Verkehrssicherheit

Wintereinbruch: Wie funktionieren Schneeketten?

Bei extremen Bedingungen stoßen Winterreifen schnell an ihre Grenzen. Ist die Schneeschicht besonders dick oder der Untergrund extrem matschig, helfen selbst die besten Winterpneus und die innovativsten Assistenzsysteme wenig. Wie montiert man Schneeketten und was muss man noch beachten?

© iStock-omgimages

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Schneeketten bewirken, dass Reifen durch ihren Einsatz mehr Griffigkeit erhalten. Der robuste Stahl der Ketten wird über das Gewicht des Fahrzeugs in die Schneedecke gedrückt. So gewährleisten sie Haftung (sogenannter Grip) am Boden, wodurch die Räder leichter durch den Schnee hindurch gelangen, was sowohl die Sicherheit als auch den Komfort bei winterlichen Straßenverhältnissen steigert. 

Wo Winterräder eine Rutschpartie veranstalten würden, bzw. kein Vorankommen möglich wäre, lässt sich die Fahrt dank der Funktion von Schneeketten fortsetzen. Autofahrer, die in alpinen Regionen Winterurlaub machen möchten, sollten ihre Kfz-Ausrüstung daher um Schneeketten erweitern und diese griffbereit im Fahrzeug lagern. Gleiches gilt für Bewohner von schneereichen Regionen. Bei Eisglätte ist der Einsatz stattdessen nicht sinnvoll.  

Worauf es beim Kauf ankommt

Wer sich Schneeketten anschafft, sollte sie grundsätzlich passend zum Fahrzeug auswählen. Ob Auto, Winterreifen und Felgen schneekettentauglich sind, ist individuell zu klären. Informationen darüber können die Autobesitzer direkt bei den Herstellern anfordern oder in den Fahrzeugpapieren finden. 

  • Die Größe der Schneeketten muss optimal auf Räder und Felgen abgestimmt sein. Die Angaben dazu sind den Fahrzeugpapieren zu entnehmen.
  • Ob die Sicherheit geprüft ist, verrät das TÜV-Siegel.
  • Zum Schutz der Felgen sind Ausführungen mit Felgenschutz vorteilhaft. Integrierte Schutzelemente verhindern den direkten Kontakt zwischen Ketten und Felge.
  • Bei winterlichen Fahrten durch Österreich sind Schneeketten mit Ö-Norm V 5117 bzw. V 5119 vorgeschrieben. Werden Produkte den Bestimmungen gerecht, weist ein Logo darauf hin.
Unter kaufberatung.stau.info ist ein aktueller Schneeketten-Vergleich verfügbar, welcher empfehlenswerte Modelle hinsichtlich zentraler Produkteigenschaften gegenüberstellt. Darunter Laufnetzgröße, Felgenschutz und Montage. Nach der Anschaffung von Schneeketten ist es ratsam, sich mit der korrekten Befestigung in Ruhe zu befassen – vor allem dann, wenn Fahrten in alpine Regionen bevorstehen. So spart jeder geübte Handgriff im Ernstfall wertvolle Zeit und Nerven.

Montage von Schneeketten

Man sollte Schneeketten ausschließlich dann auf die Räder montieren, wenn es aufgrund der Straßenverhältnisse erforderlich ist. Welche Räder zu bestücken sind, hängt vom Fahrzeug und dessen Antriebsachse ab. Bei Frontantrieb werden sie auf die Vorderräder montiert, bei Heckantrieb auf die Hinterräder. Bei Allrad sind alle vier Räder auszurüsten. Hinweise über die korrekte Vorgehensweise beim Montieren stehen in der Gebrauchsanweisung.

Weil die Platzverhältnisse zum Anbringen an der Hinterachse häufig beengt sind, sind Schneeketten mit Federstahlbügel hilfreich. Vorne lassen es die Radkästen meist zu, Seilketten zu verwenden. Ein Großteil muss lediglich über die Räder gestülpt und entsprechend arretiert werden. Alternativ kommen Varianten zum Einsatz, die sich automatisch festziehen, sobald die erste Radumdrehung erfolgt. Bezüglich Fahrverhalten und Haltbarkeit sind herkömmliche Ring- und Seilketten den Schnellmontage-Ketten in der Regel überlegen. 

Da das Risiko besteht, dass sich Schneeketten zu Beginn lockern, muss dessen Fixierung nach einigen hundert Metern Fahrt kontrolliert werden. Ergänzend präsentiert der Handel aber auch Schneeketten, die ohne ein Nachspannen auskommen. 

Tipps zu Verwendung und Pflege

Stehen auf einer Strecke schneefreie Teilbereiche bevor, wie es zum Beispiel in einem Tunnel der Fall wäre, müssen Schneeketten nicht zwangsläufig ab- und wieder anmontiert werden. Bis zu drei Kilometer auf reinem Asphaltuntergrund sollten gute Ketten standhalten. Alles was darüber hinausgeht, würde den Winterreifen jedoch massiv schaden. 

Nach der Fahrt müssen Schneeketten gründlich gereinigt werden, da das Streusalz ansonsten Materialschäden verursachen könnte. Warmes Wasser eignet sich hervorragend. Einfach abspülen und trocknen genügt. Auf fetthaltige Pflegemittel ist vollständig zu verzichten. Wer die Ketten sorgfältig pflegt und ordnungsgemäß nutzt, hat in der Regel etwa drei Jahre etwas davon.

© iStock-AlbertPego

Vorschriften in Deutschland

Eine allgemeine Schneekettenpflicht gibt es in Deutschland zwar nicht, sobald aber das Verkehrsschild für Schneeketten zu sehen ist und winterliche Straßenverhältnisse herrschen, darf die Fahrt ohne die Rad-Ausrüstung nicht fortgesetzt werden. Autofahrer, die keine Schneeketten mitführen, dürfen die Streckenabschnitte nicht befahren. Maximal 50 Kilometer pro Stunde sind mit Schneeketten erlaubt. Besondere Vorsicht ist in Kurven geboten.

Schneeketten für Fahrräder

Nicht nur beim Autofahren können Schneeketten Halt und Sicherheit maximieren. Auch Radfahrer haben die Möglichkeit ihren fahrbaren Untersatz damit winterfest zu machen. Das Funktionsprinzip ist identisch. Die Artikelauswahl für Fahrradreifen hält sich jedoch stark in Grenzen. Unter anderem könnte die geringe Nachfrage dafür verantwortlich sein. Eines der wenigen Angebote stellt das Slipnot Bicycle Traction System dar, das online für rund 100 Euro angeboten wird. Das Fazit von bike-magazin.de fällt trotz der positiven Ketteneigenschaften bei Schnee ernüchternd aus: „Die Slipnot-Ketten sind Spezialisten für spezielle Bedingungen. Der Allround-Winter-Radler greift dann doch besser zum Spike-Reifen.“ 

Für Aufsehen sorgte der Niederländer Cesar von Rongen, dessen vielsprechende Idee über ein YouTube-Video Massen begeisterte. Der Produktdesigner entwickelte vor einigen Jahren einen Prototyp für Fahrrad-Schneeketten, die sich innerhalb von fünf Minuten montieren lassen. In die Produktion haben sie es noch nicht geschafft. Bis heute sucht von Rongen nach einem Hersteller beziehungsweise Partner, der ihn bei der Herstellung seiner „Bike Spikes“ unterstützt.
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