Kriminalität

Wie schütze ich mein Zuhause vor Einbrüchen?

Allein im vergangenen Jahr hat die Polizei in Deutschland rund 151.000 Einbrüche registriert. Viele Städte und Gemeinden haben Sonderkommissionen gebildet, die sich ausschließlich auf Einbruchsdelikte und deren Aufklärung konzentrieren. Nichtsdestotrotz kann jeder Einzelne vorbeugende Maßnahmen treffen, um sein eigenes Heim einbruchsicher zu machen.

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Von einem Einbruch kann jeder betroffen sein. Die Täter unterscheiden heute nicht mehr nach wohlhabend oder arm bei ihren Opfern. Sie schauen lediglich, wo sich eine gute Gelegenheit für ein Eindringen bietet. Denn geklaut werden längst nicht mehr ausschließlich Kunstgegenstände oder andere wertvolle Dinge. Es sind vielmehr die Alltagsdinge wie Computer, Spielekonsolen, Bargeld und einfacher Schmuck, die bei den Diebestouren ganz oben auf der Liste stehen. Der Grund: Gerade die alltäglichen Dinge, die sich in den meisten Haushalten finden, lassen sich ohne große Vorausplanung entwenden und schnell weiterverkaufen. Jeden kann es also treffen – aber nicht nur deshalb sollte man sich als Verbraucher nicht ausschließlich auf Maßnahmen der Polizei verlassen. Denn wenn wirklich etwas abhandenkommt, ist es wahrscheinlich für immer weg. Denn nur rund 20 Prozent aller Einbrüche werden aufgeklärt.

In fünf Minuten kann alles vorbei sein

Gerne gehen wir davon aus, dass unser Haus oder unsere Wohnung ausreichend gegen einen Einbruch geschützt ist. Wenn wir nicht zu Hause sind, schließen wir die Fenster und verriegeln Haustür. Doch allein diese Vorsichtsmaßnahmen sind schon lange keine Hürde mehr für den Langfinger von heute. Diese gehen nicht gerade zimperlich vor und brechen Türen und Fenster einfach mit der Brechstange auf. Nur wenige Sekunden dauert es, bis sie im gewünschten Objekt stehen. Nur zwei bis drei Minuten dauert es, bis das gewünschte Diebesgut eingesammelt ist. Im Ganzen ist ein Einbruch innerhalb von fünf Minuten erledigt. Eine sehr kurze Zeit, die es kaum ermöglicht, Einbrecher auf frischer Tat zu ertappen. Die Polizei rennt den Tätern somit mehr oder weniger hinterher und kann sich lediglich auf die Bevölkerung und die vorgenommenen Schutzmaßnahmen verlassen. 

Daher gilt für jeden Einzelnen, sich im Vorfeld davor zu schützen. Baumärkte oder auch das Internet bieten verschiedenste Produkte an, um das eigene Heim in eine Festung zu verwandeln. Eine dieser Schutzmaßnahmen wären Markisen oder Rollos vor den Fenstern und vor den Balkon- beziehungsweise Terrassentüren. Wer ein solches Hindernis aufbaut, hält zwar einen erfahrenen Langfinger nicht prinzipiell vom Einbruch ab. Rollläden sorgen jedoch dafür, dass die Räuber nicht nur mehr Kraft benötigen, um Fenster oder Türen zu öffnen. Sie müssen auch wesentlich mehr Zeit einplanen und ziehen vermutlich die Aufmerksamkeit anderer auf sich. Zwei Dinge, die der Einbrecher für sein Vorhaben nicht gebrauchen kann. Denn: Ist ein Objekt nicht nach zwei Minuten geöffnet, lassen die Diebe in der Regel davon ab. Das Risiko, erwischt zu werden, wäre zu groß. Schon ein minimaler Schutz in dieser Form kann also dafür sorgen, dass ein Einbruchsversuch gar nicht erst gestartet wird. 

Darüber hinaus empfehlen Sicherheitsfirmen, abschließbare Fenstergriffe anzubringen. Sehr effektiv und etwas kostengünstiger sind auch Folien auf den Fensterscheiben, die zumindest verhindern können, dass die Scheiben so leicht zerschlagen werden. Metallschienen im Fensterrahmen lassen sich ebenfalls nachrüsten und so ein einfaches Aufhebeln verhindern.

Im Zweifel professionelle Hilfe holen

Die Polizei und auch diverse Sicherheitsfirmen bieten Beratungen zum Schutz von Haus und Wohnung an. Wer seine Immobilie auf Sicherheit überprüfen lassen möchte, kann sich einen Fachmann ins Haus holen, der dann ganz gezielt Tipps und Hinweise gibt. Er zeigt auf, wo Schwachstellen zu finden sind und wie sich diese beheben lassen. 

Mitunter sind es nur kleine Dinge, die geändert werden müssen, um eine große Wirkung zu erzielen. Das Nachrüsten von Fenstern und Türen ist beispielsweise relativ einfach und auch nicht allzu kostenintensiv. Man muss es nur wollen und sich mit dem Thema Einbruch beschäftigen. Denn auch wenn die Versicherung den Schaden in der Regel bezahlt, so kann höchstens der materielle Verlust finanziell aufgefangen werden. Der emotionale Schaden hingegen ist nicht mit Geld zu begleichen. Er begleitet uns ein Leben lang und wird uns immer wieder an die negative Erfahrung erinnern.

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