Frage der Woche

Wie lange überlebt ein Mensch ohne Nahrung?

Menschen müssen essen und trinken, um am Leben zu bleiben. Ohne Flüssigkeitsaufnahme stirbt man bereits nach einigen Tagen, aber wie lange kann ein Mensch ohne Nahrung überleben?

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Wissenschaftliche Studien können Forscher zu der Frage nicht durchführen, deswegen stützen sich die meisten Beobachtungen auf Personen, die sich im Hungerstreik befanden. Ein prominentes Beispiel ist Terence MacSwiney, der Bürgermeister der irischen Stadt Cork, der im Jahr 1920 nach 74 Tagen ohne Nahrungsaufnahme starb. Ein Teil seiner Mitstreikenden schaffte es 94 Tage zu hungern und sie überlebten es sogar. Angeblich stellte der indische Unabhängigkeitskämpfer Bhagat Singh den Rekord auf. In britischer Haft aß er 116 Tage nichts und brach den Streik dann ab. Das ist jedoch strittig, da die britischen Behörden versuchten, ihm heimlich Nahrung unterzuschieben und ihm vermutlich über das Trinken Nährstoffe zuführten.

Wie reagiert der Körper auf Hungern?

An der Universität von Minnesota unternahm der Mediziner Ancel Keys 1944 ein Experiment, bei dem er seine Probanden ein halbes Jahr mit der Hälfte der normalen Kalorienzufuhr ernährte. Schon nach kurzer Zeit wurden die Studienteilnehmer apathisch und depressiv, sie bekamen Ödeme, ihr Puls sowie der Herzschlag verlangsamten sich. Außerdem klagten die Männer über Schwindel, Sehstörungen, Piepsen im Ohr, Bauch- und Gliederschmerzen sowie Haarausfall. 

Wenn Menschen nichts essen, dann schaltet der Körper in den Hungerstoffwechsel – Herzfrequenz, Blutdruck und Körpertemperatur sinken. Am ersten Tag beschafft sich der Körper die Energie aus den Kohlenhydratspeichern. Danach holt er sich Eiweiß aus den Muskeln und nutzt seine Fettreserven. Im nächsten Schritt greift er auf innere Organe zurück. Deshalb sterben die meisten Hungernden an Organversagen, oft hört das Herz einfach auf zu schlagen. Auf zwei bis drei Monate schätzen Wissenschaftler die Überlebensdauer ohne Essen. Es hängt aber immer mit dem Allgemeinzustand der Person ab. Das Startgewicht spielt eine Rolle, genauso wie der Stoffwechsel. 

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