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Wie gefährlich ist ein Hornissenstich?

Immer wieder stolpern wir im Alltag über kuriose Fragen – und finden keine zufriedenstellenden Antworten. Kann man im Moor versinken? Sterben Spinnen im Staubsauger? Kann ein Aufzug abstürzen? Verblüffende Erklärungen für die rätselhaften Phänomene unserer Lebenswelt.

Von Franziska Oeler 19. Jun 2015 Wissen

„Sieben Hornissenstiche töten ein Pferd, drei töten einen Erwachsenen und zwei ein Kind“ – so heißt es jedenfalls im Volksmund. Doch was ist in Wirklichkeit dran an der vermeintlichen Weisheit?

 

Sie ist etwa 25 Millimeter groß und damit fast doppelt so groß wie ihre Verwandten Biene und Wespe: die Hornisse. Eine Königin schafft es im Durchschnitt sogar auf 35 Millimeter. Doch nicht allein wegen ihrer Größe jagt sie so manch einem Angst und Schrecken ein. Denn ihr Stich ist aufgrund des dicken Stachels besonders schmerzhaft. Aber macht sie das allein so gefährlich? Nein, sagt etwa der deutsche Naturschutzbund NABU.

 

Das Gift einer Hornisse ist demnach nicht stärker als das einer Wespe, Bienengift sei sogar 3,6 - mal so stark. Warum der Stich trotzdem so weh tut, liegt zum einen am durchschnittlich 3,5 Millimeter langen Stachel, der immerhin einen Millimeter länger ist als der ihrer kleineren Verwandten. Zum anderen sondert die Hornisse den Stoff Acetylcholin ab, der nicht im Bienen- oder Wespengift, zu finden ist. Diese Substanz wird als brennend empfunden und ruft somit einen stärkeren Schmerz hervor.

Keine große Gefahr                                                                                                     

Um von den Stichen der sogenannten Vespa crabro getötet zu werden, müsste man schon sehr übles Pech haben: Für einen gesunden Erwachsenen wären mehrere hundert Stiche nötig, um ihn lebensbedrohlich zu vergiften – die Volksweisheit „sieben Stiche töten ein Pferd, drei Stiche töten einen Menschen“ ist somit hinfällig. Selbst eine Ratte überlebt bis zu 60 Stiche, für Mäuse wird es ab sechs Stichen gefährlich. Da ein voll entwickeltes Hornissenvolk zwischen 400 und 700 Tiere beinhaltet, müsste ein Mensch schon in ein ganzes Nest fallen, um annähernd in Gefahr zu geraten. Denn ebenso wie Wespen und Bienen sind Hornissen friedlich und greifen nur an, wenn sie sich bedroht fühlen und nicht fliehen können.

 

Der Kontakt zu den Menschen kommt allerdings eher selten vor, denn anders als Wespen, die im Hochsommer ziemlich lästig sein können, interessieren sich Hornissen nicht für Süßes wie Kuchen oder Eis. Das minimiert die Gefahr von Hornissenstichen in Mund oder Rachen, was zu Erstickung führen könnte.

Vorsicht bei Allergie

Ein Hornissenstich wird erst dann gefährlich, wenn der Gestochene zu den zwei bis drei Prozent der Bevölkerung gehört, die Allergiker sind. Die allergische Reaktion beginnt mit Nesselsucht, Schwellungen und Rötungen an der Einstichstelle, in manchen Fällen kann sogar Atemnot auftreten. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man dann sofort einen Arzt aufsuchen. Eine schwere Allergie entwickelt sich jedoch erst, wenn man bereits mehrmals gestochen wurde.

 

Dass man auf eine Hornisse trifft, kommt jedoch recht selten vor, denn aufgrund ihres schlechten Rufs wurde sie oft verfolgt und in vielen Regionen Mitteleuropas ist die Hornisse mittlerweile vom Aussterben bedroht. Sie zählt seit 1987 zu den geschützten Arten - die Tiere dürfen nicht getötet oder ihre Nester zerstört werden. Statt einen Kammerjäger zu rufen, reicht es, das Nest abzusichern - zum Beispiel durch Anbringen von Fliegendraht. Man sollte sich also eher fragen: Wer muss hier vor wem Angst haben?

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