Körper

Wer darf seine Organe spenden?

Hat man sich dazu entschieden Organspender zu werden, ist man es nicht automatisch. Was muss man dafür tun und wer ist davon ausgeschlossen?

© iStock/ThitareeSarmkasat

Die Zahl der Organspender in Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr wieder auf 955 Spender gestiegen, nachdem 2017 das Jahr mit den geringsten Organspendern markierte. Doch auch wenn die Zahlen erfreulich sind, stehen demgegenüber immer noch 9.500 Menschen, die auf eine Transplantation warten. 

Das Problem: „Weil sich noch zu wenige Menschen zu Lebzeiten mit dem Thema Organspende auseinandersetzen, müssen oft Angehörige die Entscheidung, ob gespendet werden soll oder nicht, für sie übernehmen“, so die Stiftung Gesundheitswissen. Demnach treffen nur weniger als die Hälfte der Menschen, deren Organe zur Spende freigegeben werden, die Entscheidung zu Lebzeiten. Das führt dazu, dass die Angehörigen darüber entscheiden müssen – zumindest solange in Deutschland noch die Entscheidungslösung gilt.

Doch weiß ich wirklich immer, ob die mir nahe stehende Personen seine Organe auch über den Tod hinaus behalten möchte oder nicht? Um seine Hinterlassenen nicht in diese Situation zu bringen, sollte sich jeder unmissverständlich dafür oder dagegen entscheiden, solange er noch am Leben ist. Wir fassen zusammen, wie das geht...

Ich möchte meine Organe spenden, was muss ich tun?
In Deutschland muss jeder seine Bereitschaft zur Organspende ausdrücklich erklären und mit seiner Unterschrift bestätigen. Das kann durch ein formloses Schreiben oder innerhalb der Patientenverfügung dokumentiert werden. Eine einfache Möglichkeit bietet außerdem der Organspendeausweis, den man in der Geldbörse mit sich führt. Im Notfall wissen Ärzte auf diese Weise sofort Bescheid.

Wie bekommt man einen Organspendeausweis?
Den Organspendeausweis kann man einfach im Internet herunterladen und ausdrucken. Alternativ kann man sich auch kostenlos eine Plastikkarte bestellen oder sie in Apotheken oder Arztpraxen anfordern.

Wie alt muss ich mindestens sein?
Es gibt keine Altersgrenze nach unten. Bis zum 14. Lebensjahr entscheiden die Erziehungsberechtigten darüber. Jugendliche ab 14 dürfen einer Organentnahme widersprechen, ab dem vollendeten 16. Lebensjahr dürfen sie einer Transplantation zustimmen und einen Spendeausweis mit sich führen.

Wer darf nicht spenden?
Chronisch Kranke, z.B. Diabetiker dürfen nur eingeschränkt spenden, ausgeschlossen ist es aber nicht. Die Mediziner entscheiden nach dem Hirntod darüber. Krebserkrankungen, HIV, Nervenleiden oder nicht behandelbare Infektionen schließen eine Organspende aus. Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen: Wenn Spender und Empfänger beispielsweise Hepatitis haben, die Spenderleber aber gesund ist, ist eine Transplantation möglich.

Gibt es eine Altersgrenze nach oben?
Bei älteren Spendern gibt es bedingt Einschränkungen. Haut beispielsweise darf nur bis zum Alter von 75 Jahren gespendet werden. Ansonsten zählt im Fall der Fälle der Zustand der Organe. Das sogenannte Eurotransplant Senior Program (ESP) regelt die Organspende von älteren Menschen untereinander.

Und wenn der Wille eines potenziellen Spenders unbekannt ist?
Liegt keine Einwilligung zur Organspende vor, müssen die Angehörigen wie Eltern, Ehepartner oder volljährige Kinder entscheiden. Dabei gilt der mutmaßliche Wille des Verstorbenen.

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