WERBUNG / ADVERTISMENT
Krankheiten

Wenn Ruhe unmöglich ist: Das Restless-Legs-Syndrom

Menschen mit Restless-Legs verspüren einen großen Bewegungsdrang in den Beinen – und das ausgerechnet, wenn sie eigentlich zur Ruhe kommen wollen. Warum ist das so und was kann helfen?

© iStock-Valengilda

WERBUNG / ADVERTISMENT
Der Besuch im Theater oder Kino, das Lümmeln auf der Couch oder einfach nur der wohlverdiente Schlaf in der Nacht: Völlig alltägliche Dinge sind mit dem Restless-Legs-Syndrom (RLS) gar nicht oder nur schwer möglich. Denn Betroffene verspüren einen nicht unterdrückbaren Bewegungsdrang in ihren Beinen, sobald sie zur Ruhe kommen. Wie äußert sich dieser Bewegungsdrang und was kann man dagegen tun?

Das Restless-Legs-Syndrom auf einen Blick

  • Bedeutung von RLS: Syndrom der unruhigen, rastlosen Beine.
  • Betroffen sind etwa fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung.
  • Symptome: Die Beine beginnen in der Ruhephase heftig zu kribbeln und zu schmerzen.
  • Die Reaktion des Körpers: Ein extremer Bewegungsdrang, der erst kurzfristig nachlässt, wenn die Betroffenen ihm nachkommen.
  • Die Folgen: Schlaflosigkeit, Übermüdung, Abgeschlagenheit, Konzentrationsschwäche und psychische Beschwerden.

Kribbeln und Schlafstörungen: die Symptome

Die Beschwerden setzen typischerweise ein, wenn der Betroffene zur Ruhe kommt. Also in den Abendstunden und vor allem beim Zubettgehen. Die Patienten verspüren meist ein sehr unangenehmes Kribbeln (Ameisenlaufen) in den Beinen, manchmal auch ein Ziehen, das nur dann nachlässt, wenn sie die Beine bewegen. In der Folge finden sie keine Ruhe. Das Restless-Legs-Syndrom zählt damit zu den Ursachen für Schlafstörungen, was wiederum enorme Auswirkungen auf die Tagesform hat. Übermüdung, erhöhtes Unfallrisiko und Einschränkungen der Leistungsfähigkeit sind nur einige Beispiele. 

Hinzu kommt, dass Außenstehende das Leiden zwar oft nicht nachvollziehen können, die Folgen aber sehr schnell wahrnehmen – etwa während eines Arbeitsmeetings oder bei einem Besuch im Kino. Dies kann zur Folge haben, dass sich Patienten aus Scham immer mehr zurückziehen. Auch Freizeitaktivitäten und vor allem Reisen werden oft zur Qual, da eine längere Fahrt oder ein Flug kaum möglich ist. Somit wirkt sich das Restless-Leg-Syndrom auch auf die Psyche aus: Depressive Verstimmungen und Angsterkrankungen können sich entwickeln.

© iStockMarjan_Apostolovic

Ursachen für RLS

Wie es zu den Restless-Legs kommt, ist noch nicht abschließend geklärt. Nach aktuellem Stand der Forschung gibt es aber vermutlich zwei Ursachen für das Syndrom:

  1. Idiopathisches Restless-Legs-Syndrom: Die Erkrankung ist genetisch bedingt.
  2. Symptomatisches Restless-Legs-Syndrom (oder sekundäres Restless-Legs-Syndrom): Die Krankheit entsteht aufgrund einer weiteren Grunderkrankung (zum Beispiel Niereninsuffizienz, Stoffwechselstörung, Schilddrüsenfehlfunktion und Eisenmangel).
Daneben ist es möglich, dass bestimmte Arzneimittel die Erkrankung auslösen oder die Beschwerden durch die Einnahme verstärken. Unter Verdacht stehen unter anderem bestimmte Antidepressiva Neuroleptika, Antiemetika und Lithium. 

Gibt es Chancen auf Heilung?

Das Restless-Legs-Syndrom ist im Regelfall gut behandelbar. Allerdings ist die Grundvoraussetzung, dass der behandelnde Arzt die Ursache der Krankheit vorab klärt, also ob die Erkrankung idiopathischen oder symptomatischen Ursprungs ist. Der Neurologe kann dies meist mit bestimmten Fragen nach der Einnahme von Arzneimitteln oder der familiären Krankengeschichte herausfinden. Darüber hinaus ist manchmal ein Aufenthalt im Schlaflabor nötig.

Erkennt der Arzt, dass eine Grunderkrankung wie eine Schilddrüsenstörung den Beschwerden zugrunde liegt, muss vorrangig dieser Auslöser richtig behandelt werden. Meist lässt das Restless-Legs-Syndrom dann auch spürbar nach. Gleiches geschieht in der Regel, wenn andere Arzneimittel abgesetzt werden, die als Ursache im Verdacht stehen. Ist die Erkrankung erblich bedingt oder bringt die Behandlung der Grunderkrankung nicht das gewünschte Ergebnis, kann auch der Arzneiwirkstoff Levodopa (L-Dopa) die Symptome eindämmen.

Neben der medikamentösen Therapie empfehlen Ärzte manchmal die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe oder eine Psychotherapie, insbesondere wenn die Krankheit Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden hat.
WERBUNG / ADVERTISMENT

Das könnte Sie auch interessieren

WERBUNG / ADVERTISMENT
WERBUNG / ADVERTISMENT
WERBUNG / ADVERTISMENT
WERBUNG / ADVERTISMENT