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Kultur

Welterbe in Gefahr: Die Rote Liste der UNESCO

Die menschliche Zivilisation hat im Lauf der Jahrtausende kulturelle Denkmäler von unschätzbarem Wert geschaffen. Genauso wertvoll – und zerbrechlich – sind die über Millionen von Jahren entstandenen Schätze der Natur. Die akut vom Untergang bedrohten Natur- und Kulturstätten stehen auf der Roten Liste der UNESCO: das gefährdete Welterbe der Menschheit.

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Es geht um nicht mehr und nicht weniger als um das Erbe der Menschheit: Die durch die UNESCO – also die für Kultur, Wissenschaft und Bildung zuständige Organisation der Vereinten Nationen – geschützten Kultur- und Naturstätten sind allesamt von außergewöhnlichem universellen Wert für die gesamte Völkergemeinschaft der Erde. Seit über vierzig Jahren ist die Welterbe Konvention der UNESCO das international wohl bedeutendste Instrument, um das Kultur- und Naturerbe der Menschheit zu bewahren. 193 Staaten haben die Konvention seit 1972 unterzeichnet. Auf der Welterbeliste stehen aktuell 1.092 Stätten in 167 Ländern – 37 davon in Deutschland. Das Wattenmeer, der Kölner Dom oder die Altstadt von Bamberg sind nicht nur Schätze, die es zu erhalten gilt, sondern auch echte Tourismus-Magnete.
 
Doch kulturelle Errungenschaften oder Denkmäler sind nicht weniger vergänglich und zerbrechlich als die Schätze der Natur. Sie sind bedroht durch Kriege, Verfall, Umweltverschmutzung oder Naturkatastrophen, genau wie durch menschliche Kurzschlusshandlungen – etwa städtebauliche Maßnahmen oder private Großvorhaben. Genau deshalb gibt es die „Rote Liste“ des gefährdeten Welterbes, in die Welterbestätten aufgenommen werden, die ernsthaft und akut bedroht sind. In den vergangenen Jahren wurden unter anderem verschiedene Kulturstätten in Mali – etwa die historischen Moscheen, Friedhöfe und Mausoleen – in der sagenumwobenen Stadt Timbuktu auf die Rote Liste gesetzt, wegen des andauernden bewaffneten Konflikts in dem afrikanischen Staat. Auch die durch Verfall bedrohte Geburtskirche Jesu Christi in Bethlehem zählt seit 2012 zum gefährdeten Welterbe. Das UNESCO-Komitee will damit sowohl die Aufmerksamkeit der verantwortlichen Politiker wachrütteln, als auch das Interesse der Öffentlichkeit am Schutz der gefährdeten Stätten wecken.

Endgültiges Aus für das Dresdner Elbtal

Dass ein Natur- oder Kulturdenkmal endgültig von der Liste des Welterbes gestrichen wurde, gab es bisher erst zweimal: So wurde 2007 das in Oman gelegene Wildschutzgebiet der Arabischen Oryxantilope ausgelistet. Weil in dem Reservat Öl gefördert werden sollte, war das Gebiet um 90 Prozent verkleinert worden – und der Bestand der seltenen Tiere ging dramatisch zurück. Die zweite Welterbestätte, die ihren Status aberkannt bekam, liegt in Deutschland: Wegen des umstrittenen Baus der Waldschlößchenbrücke über die Elbe verlor die Kulturlandschaft Dresdner Elbtal 2009 für immer ihren Welterbestatus. Bereits 2006 war das Dresdner Elbtal auf die Rote Liste gesetzt worden. Am 24. August 2013 wurde die Brücke offiziell eröffnet. 
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