Rätselhafte Orte

Welche Insel sollte für immer im Meer versenkt werden?

Helgoland ist ein beliebtes Urlaubsziel. Nirgendwo sonst erleben Besucher Natur, Kultur und Geschichte auf kleinstem Raum. Was viele nicht wissen: Die größte nichtnukleare Sprengung der Menschheitsgeschichte sollte die Nordseeinsel im Meer versenken.

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Kaum 1,7 Quadratkilometer misst Helgoland – halb so viel wie der Central Park in Manhattan. Und doch konzentriert sich deutsche Geschichte wie durch ein Brennglas auf den Sandsteinfelsen. Um die Gipfel eines während der Steinzeit überfluteten Gebirges streiten Großmächte wie England, Frankreich, Dänemark oder Deutschland Jahrhunderte lang. Zur Zeit der Kontinentalsperre Napoleons ankern hier 400 Schiffe täglich, um Schmuggelwaren aus England aufzunehmen. 

Laut Freiherr von Andrian-Werburg sei die Insel im 19. Jahrhundert „vielleicht das am wenigsten regierte Land der Welt“. Im „Dritten Reich“ dient der Felsen als Basis der Kriegsmarine. Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs verwüsten ihn 7.000 Bomben der Air Force des British Empire, anschließend soll die größte nichtnukleare Sprengung der Menschheitsgeschichte (halb so stark wie die Hiroshima-Atombombe) Helgoland im Meer versenken: Etwa 4.000 Torpedoköpfe, 9.000 Wasserbomben und mehr als 90 000 am 18. April 1947 zeitgleich gezündete Granaten. Doch die Insel widersteht … 

Historische Einordnung: Nach der misslungenen Sprengung besetzen zwei Studenten die Insel, die 1952 zum ersten an Deutschland zurückgegebenen Annektionsterritorium wird – und zu einem Symbol neuer nationaler Stärke. Vor diesem Hintergrund ist die Nordseeinsel bis heute ein Denkmal der europäischen Einigung.

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