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Medizinmänner

Was wir vom Heilwissen der Indianer lernen können

Aspirin, Antibiotika und die Anti-Baby-Pille sind keineswegs Erfindungen unserer Zeit – denn genau genommen haben wir sie von den Indianern abgeschaut. Schon vor Hunderten von Jahren wussten Medizinmänner vieles über die menschliche Gesundheit.

Medizinmänner bei einem Heilritual mit Räucherstäbchen

© iStock/Utopia_88

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Viele indianische Rituale wirken auf uns befremdlich. Doch neben aller Zauberei waren Medizinmänner schon immer ausgezeichnete Experten in Pflanzenheilkunde – und der Schulmedizin um Jahrhunderte voraus.

So wurde zum Beispiel Aspirin, das wohl bedeutendste Schmerzmittel der modernen Schulmedizin, erst 1899 vom deutschen Chemiker Felix Hofmann für die Firma Bayer entwickelt. Doch schon viele Jahrhunderte zuvor setzten indianische Heilige auf die schmerzlindernde und fiebersenkende Wirkung von Weidenrinde. Diese enthält Salicin, eine chemische Vorstufe der Acetysalicylsäure. Statt eine Tablette zu verabreichen, bestrichten die Medizinmänner bei Kopfschmerzen die Stirn mit Rindenbrei. Verletzungen und Fieber behandelten sie mit Rindenauflagen, und selbst bei Rheuma erzielten sie mit dem Naturheilmittel gute Erfolge. Obwohl die Medizinmänner das Schmerzmittel meistens äußerlich anwendeten, gab es schon damals Weidenrindenextrakte zum Schlucken. Diese wirkten zwar konzentrierter, waren dafür aber weniger gut verträglich.

Schimmliges Moos: ein frühes Penicillin

Als Missionare im 18. Jahrhundert zum ersten Mal Indianer bei der Versorgung ihrer Wunden beobachteten, waren sie geschockt: Die Medizinmänner reinigten Verletzungen mit Wasser und deckten sie anschließend mit einer Masse aus schimmligem Moos ab. Dennoch kannten die Indianer,  im Gegensatz zur Schulmedizin, kaum Fälle von Blutvergiftung oder anderen durch Bakterien verursachten Wundinfektionen. Denn: Die indianischen Heiler hatten schon früh beobachtet, dass schimmlige Moose desinfizierend wirken. Dass sie damals bereits ein Art Penicillin gefunden hatten  – Jahrhunderte vor Sir Alexander Fleming – ahnten die Medizinmänner nicht. Erst 1928 stellte auch der Londoner Arzt fest, dass Schimmelpilzkulturen Bakterien abtöten können. 1945 erhielt er dafür den Nobelpreis in Medizin.

Das indianische Medikament Echinacea hat sogar in unsere heutigen Apotheken Einzug gehalten. Bei grippalen Infekten und in der feucht-kalten Jahreszeit soll es unser Abwehrsystem gegen Krankheitserreger wappnen. Seine Wirkung ist inzwischen wissenschaftlich belegt: Echinacea steigert die Zahl der Leukozyten, Lymphozyten und Makrophagen im Immunsystem. So genau wussten das die frühen Indianer natürlich nicht – trotzdem schworen sie auf die Wirksamkeit des Sonnenhuts (auch Igelkopfpflanze oder Echinacea purpurea genannt). Die Pflanze galt bei den Heilern als wichtiges Reinigungsmittel: Sie streuten das Wurzelpulver auf frische Wunden oder legten die Blätter als Wundpflaster auf. Bei Blutvergiftung, aber auch bei fieberhaften Infekten verabreichten sie einen Sud aus den Blättern. Er sollte den Körper von innen heraus reinigen und die Krankheit vertreiben.

Die Yamswurzel als Anti-Babypille

Auch in Sachen Familienplanung waren uns die Indianer weit voraus. Während europäischen Paaren nur die Keuschheit blieb, kannten viele Naturvölker schon vor Jahrhunderten ein wirksames Verhütungsmittel: die wilde mexikanische Yamswurzel. Sie verhinderte recht zuverlässig eine Schwangerschaft. Allerdings nur in hoher Dosierung: Zu geringe Mengen konnten die Fruchtbarkeit der Frau sogar noch fördern. 1943 entdeckte der amerikanische Wissenschaftler Russel Marker, dass die wildwachsende Yamswurzel einen hohen Gehalt des Wirkstoffes Diosgenin aufweist. Daraus konnte er im Labor das Hormon Progesteron erzeugen, den wichtigsten Bestandteil der Anti-Baby-Pille. Bis weit in die siebziger Jahre hinein war die Yamswurzel der einzige Lieferant für künstlich hergestelltes Progesteron.

Manche Therapieformen schauten sich die Indianer auch direkt von den Tieren ab. So beobachteten sie zum Beispiel, dass Grizzlybären nach der Lachssaison besonders viele Lilienwurzeln fressen. Der Grund: Lachse enthalten als "Beilage" große Mengen Würmer. Mit Hilfe der stark abführenden Wurzeln versuchen die Bären, die Parasiten wieder loszuwerden. Auch Medizinmänner behandelten ihre Patienten bei Wurmbefall und Krätze mit Lilienwurzeln. Die Methode war effektiv - wenn auch sicher nicht sehr angenehm.
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