Frage der Woche

Warum müssen wir uns kratzen?

Wenn wir uns kratzen, hilft das meist kurzzeitig, einen unangenehmen Juckreiz zu stoppen. Aber warum empfinden wir Erleichterung, wenn wir die entsprechende Hautstelle beispielsweise mit unseren Fingernägeln reizen?

© iStock-Tharakorn

Mediziner nennen ihn auch Pruritus. Der Juckreiz ist ein Warnsignal unseres Körpers und kann für den Betroffenen zum Teil unerträglich werden. Die Gründe dafür sind vielfältig: Die Botenstoffe, die das Jucken auslösen, können etwa durch Medikamente, Nahrungsmittel, Allergene oder Planzen- und Insektengifte freigesetzt werden. 

Das juckende Gefühl entsteht schließlich aus einer Irritation bestimmter Nervenzellen in der Haut. Diese besteht aus drei Schichten: der Ober-, der Leder-, und der Unterhaut. In der Lederhaut sitzen Mastzellen, die mit Histaminkügelchen angefüllt sind. Durch Stoffe, gegen die wir allergisch sind, können die Mastzellen gereizt werden. Sie setzten den Botenstoff Histamin frei. Die Nerven schicken dann Warnimpulse an das Gehirn, wo die Empfindung als Juckreiz registriert wird. Sichtbar wird das dadurch, dass das Gewebe anschwillt und unsere Haut sich rötet.

Dieser Vorgang ruft automatisch diese eine Abwehrreaktion hervor: den Kratzreflex. Der Schmerz, der durch das Reiben mit den Fingern oder Gegenständen entsteht, ist dann stärker als die Juckreaktion – es tritt kurzzeitig Erleichterung ein. Wer sich jedoch wiederholt kratzt, verteilt das Histamin sogar noch mehr im Gewebe. Die Folge: Der Juckreiz wird stärker, im schlimmsten Fall ruft man dadurch Entzündungen, Verletzungen oder sogar Infektionen aufgekratzter Wunden hervor.
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