Frage der Woche

Warum bekommen wir einen Ohrwurm?

Einmal den aktuellen Radiohit aufgedreht und schon schlägt er zu – der Ohrwurm. Doch warum hören wir Lieder in unserem Kopf in Dauerschleife und vor allem: Wie werden wir sie wieder los?

© iStock-Marjan_Apostolovic

Bei einem Ohrwurm handelt es sich nicht etwa um ein gefährliches Tier, vor dem man sich in Acht nehmen muss. Er ist ein Lied-Schnipsel, welches von Zeit zu Zeit immer wieder in unserem Kopf abgespielt wird. Bewusst steuern können wir diesen Prozess nicht. 

Besonders aktuelle Chartsongs bleiben uns im Gedächtnis. Der melodische Aufbau ist dafür verantwortlich. Eine erst steigende, dann wieder fallende Tonhöhe, wie man sie meist aus Kinderliedern kennt, wird auch in vielen Pop-Hits eingesetzt. Diese ist sehr prägnant und bleibt im Gedächtnis. Ebenso trägt eine ungewöhnliche Interwall-Struktur, wie beispielsweise unerwartete Sprünge innerhalb eines Liedes, dazu bei. 

Was passiert in unserem Hirn?

In unserem Gehirn sind die Schläfenlappen für das innere Hören zuständig. Diese senden Reize an die Stirnlappen, die dafür verantwortlich sind, dass wir im Inneren unseres Kopfes mitsingen. Von dort aus gelangen die Impulse zurück an die Schläfenlappen. So entsteht ein ewiger Kreislauf, den wir nur sehr schwer unterbrechen können. 

Doch was löst die Musik in unserem Kopf genau aus? Wir bekommen Ohrwürmer besonders, wenn wir unkonzentriert oder gelangweilt sind – also dann, wenn unser Gehirn unterfordert ist. Bei voller Konzentration ist die Zellverbindung zwischen den Schläfen- und Stirnlappen gehemmt und Ohrwürmer haben keine Chance. 

Glücklicherweise gibt es verschiedene Wege, sich dem ewigen Singsang zu entledigen. So kann man sich beispielsweise auf etwas Alternatives konzentrieren, wie ein anderes Lied hören oder ein Buch lesen. Kaugummi kauen hilft übrigens auch, denn die Auf- und Abwärtsbewegung des Kiefers durchbricht den Kreislauf und sorgt für innere Ruhe.

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