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Lebensmittelindustrie

Verdächtiger der Terrorzelle: Tomate

Unser Essen enthält gezielte Falschinformationen. Einige Zutaten sind sogar in geheimer Mission in unserem Körper unterwegs. Ihr Ziel: unsere Sinne umzuprogrammieren, um Produkte besser zu verkaufen. Welt der Wunder entlarvt den Auftrag verdächtiger Zusatzstoffe. Heute: Methomyl im Verhör.

© iStock-Olha_Afanasieva

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Wir haben Sie in einem Supermarkt gefunden. Wie sind Sie dorthin gelangt?
Ach wissen Sie, ich reise viel, habe viele Freunde: Tomaten, Orangen, Salate, Kiwis, Erdbeeren, Äpfel, Paprika, Ananas, Pflaumen, Weintrauben. Die haben mich mitgenommen.
 
Wie ist Ihr Name?
Gehandelt werde ich als Lannat. Andere nennen mich Methomyl.
 
Unter diesen Begriffen findet die deutsche Datenbank für Zusatzstoffe in Lebensmitteln keinen Eintrag. 
Ich bin Chinese, arbeite aber meist in Südamerika. Schauen Sie mal unter der Haihang Industry Co., Ltd. – einem der größten Lieferanten für Chemikalien. 
 
Da steht, Sie sind ein Pestizid. 
Ja, das ist mein Job. Ich töte Raupen, Würmer, Käfer, Blattläuse und sorge damit für schönes, appetitlich aussehendes Obst und Gemüse. 
 
Wenn Sie so gut sind – warum finden wir Sie dann nicht in unserer Datenbank? 
Ich habe keine Arbeitserlaubnis für Deutschland.
 
Warum nicht? 
Na ja, ich töte nicht nur Insekten. Bei Menschen wirke ich extrem krebserregend. Ich schädige das Nervensystem und verändere das Erbgut.
 
Dann sind Sie ein Killer!
Ja, und?
Wir werden Sie für immer ins Gefängnis bringen!
Nein, das werden Sie nicht. Sie werden mich laufen lassen. Ich besitze diplomatische Immunität.
 
Sind Sie wahnsinnig? Wir haben Sie in deutschen Supermärkten eindeutig nachgewiesen!
Ja, aber ich habe hier nicht gearbeitet. Und nur weil ich in Deutschland nicht eingesetzt werden darf, bedeutet das nicht, dass es mich hier nicht gibt. Die EU hat sogar Grenzwerte für mich erlassen. Steht alles im Gesetz.
 
Maximal 0,2 Milligramm pro Kilo Lebensmittel dürfen nachgewiesen werden.
Sehen Sie.
 
Aber Sie haben die Grenzwerte schon bei Weintrauben um über 1.000 Prozent überschritten! 20 Weintrauben oder ein großer Tomatensalat pro Kind können genügen!
Dann sind die Weintrauben schuld. Ich war nur am Anbau beteiligt. Und jetzt, meine Damen und Herren, werde ich diese Unterhaltung beenden. Aber keine Sorge. Wir werden uns bald wieder begegnen …
 

Lebensmittel-Protokoll: 

Obwohl der Einsatz von Methomyl in Deutschland streng verboten ist, wurden in der Vergangenheit immer wieder Rückstände auf Gemüse gefunden. Kann auch Methomyl enthalten: Kirschen, Mandarinen, Weintrauben, Pflaumen, Frühlingszwiebeln, Hopfen, Kopfsalat, Gurken.

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