Weltvegantag

Veganismus: Warum in Apfelsaft tierische Zusätze enthalten sein können

Wer sich vegan ernähren möchte, muss einige Regeln beachten. Doch das alleine reicht nicht aus: Denn oft verstecken sich tierische Bestandteile in Produkten, wo sie keiner vermuten würde. Zum Weltvegantag stellt Welt der Wunder scheinbar vegane Lebensmittel mit Fleischzusatz vor.

© iStock-Boarding1Now

In Deutschland ernähren sich laut Vegetarierbund (VEBU) etwa 900.000 Menschen vegan – das sind etwa 1,1 Prozent der Gesamtbevölkerung. Zum Vergleich: Vegetarier beheimatet die Bundesrepublik rund 7,8 Millionen, was einen Anteil von zehn Prozent der Bevölkerung entspricht. Täglich sollen laut Schätzungen sogar 200 Veganer hinzukommen. Der Trend zu dieser Lebensweise zeigt sich aber nicht nur anhand der Zahlen – die veganen Alternativprodukte in den Supermärkten boomen, Restaurants bieten immer mehr alternative Menüs an und auch im Internet häufen sich die Informationsportale zu dem Thema.

Ist es durch das vielseitige Angebot also heutzutage einfach, sich vegan zu ernähren? Sollte man meinen. Wären da nicht die scheinbar veganen Lebensmittel, auf die selbst ein waschechter Veganer reinfallen würde. Die Rede ist von ganz normalen Produkten wie Apfelsaft, Kuchen oder Kartoffelchips. Aber wo und in welcher Form sollten hier tierische Zusätze stecken – und vor allem WARUM? Wir stellen einige Lebensmittel vor, bei denen man etwas genauer recherchieren sollte. Achtung: Wer nur auf der Produkt-Verpackung nach Hinweisen sucht, wird wohl häufiger Fleischbeilage essen, als ihm lieb ist.

Kein Geheimnis mehr: Gelatine

Was die meisten Weingummi- und Marshmallow-Liebhaber schon wissen: Gelatine besteht aus Haut und den Knochen von Rindern oder Schweinen und steckt in den meisten süßen Gelierprodukten. Das ist – im Gegensatz zum Gerücht von Pferdeblut in Lakritze – schon längst kein Märchen mehr. Aber wo ist sie noch überall enthalten? Gezuckerte Frühstücksflocken und Cerealien können Gelatine enthalten und auch bei der Klärung von Wein und Balsamico-Essig kommt sie zum Einsatz. 

Erst kürzlich wurde auch Fleischbeilage in Apfelsaft entlarvt: So deckte die Organisation Foodwatch auf, dass knapp die Hälfte von 31 untersuchten Apfelsäften und Saftschorlen Schweine- und Rindergelatine beinhaltete. Und was bewirkt die Gelatine? Sie soll das Produkt verschönern, indem sie Trübstoffe bindet und so aus trübem Saft klaren macht. Das Problem: Dadurch, dass sie nach der Herstellung wieder aus dem Produkt entfernt wird, muss die Verwendung nicht auf dem Etikett angegeben werden. Das erlaubt die Lebensmittelkennzeichnungsverordnung. Dasselbe gilt übrigens auch für Wein und Sekt. 

Bananen und Bier mit Fischbeilage

Bananen stellen eigentlich einen veganen Sattmacher dar. Dass das Obst jedoch tierische Bestandteile enthalten kann, wird durch das Pestizid Chitosan verursacht. Es soll dafür sorgen, dass die Bananen nicht überreif werden. Hergestellt wird das Pestizid aus den Schalen von Garnelen. Und auch Bier kann Spuren von Fisch enthalten. Denn beim Bierbrauen wird häufig Fischblase zur Klärung eingesetzt. Sie reinigt das Bier von Hefepartikeln, die es sonst trüben würden. 

Schweineöhrchen mit Schweineborsten?

Brot und andere Backwaren enthalten häufig Aminosäure L-Cystein – der Zusatz macht Mehl elastischer und damit knetbarer. Allerdings wird dieser Zusatzstoff aus Schweineborsten oder Vogelfedern gewonnen. Er trägt das Kürzel E920 und muss eigentlich auf der Verpackung von Backwaren stehen. Das Problem: Die Regelung gilt nur für verpackte Backwaren bei unverpackten bleibt der Kunde im Unklaren.

Wer seine Brötchen und Kuchen deshalb lieber selbst backen möchte, sollte jedoch auch bei den Backpulversorten genauer hinsehen. So enthält natürliches Backpulver neben Zitronensäure (E330) auch Weinstein (E336) – letzteres ist nicht immer vegan, denn: Weinstein ist ein schwerlösliches Salz, welches sich bei der Weinherstellung auf dem Boden von Weinfässern oder am Korken und dem Grund von Weinflaschen kristallisiert. Wie beim Wein gilt demnach für Weinsteinbackpulver: Es kann vegan sein, muss es aber nicht.

Auch wer bei Kartoffelchips gerne mal zugreift, sollte wissen, dass die meisten Sorten nicht vegan sind. So deckte die Organisation Foodwatch auf, dass je nach Sorte Wild, Fisch, Geflügel, Rind oder Schwein enthalten sein kann. Und zwar ohne, dass dies auf der Snacktüte deklariert wird. Wer nun keinem Knabberspaß mehr so richtig trauen mag, kann sich auf der Webseite der Tierschutzorganisation Peta informieren. In dem PETA-Einkaufsguide sind alle veganen Produkte aufgeführt - die auch wirklich frei von tierischen Zusatzstoffen sind.

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