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Badeunfälle

Tödlicher Sog: Wie unsichtbare Strömungen Badeurlauber ins Meer reißen

Rip-Strömungen sind die häufigste Ursache für Badeunfälle an Meeresküsten. Selbst erfahrene Schwimmer können dem Sog nur schwer entkommen. Die Gefahr droht auch in Deutschland.

Warnschild am Strand vor Meeresströmungen

© imago/imagebroker

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Wie friedlich hört sich die Brandung an, wenn man gemütlich im feinen Sand unterm Sonnenschirm liegt, außer Reichweite von Wellen und Strömung. Doch schnell kann sich die Idylle in Gefahr verwandeln: Ufernahe Strömungen reißen jährlich Hunderte Badeurlauber in den Tod. Besonders tückisch: die Rip-Strömung. Sie entsteht, wenn Wellen an den Strand branden und das Wasser nicht zurückfließen kann, weil zum Beispiel Felsen, Buhnen oder Sandbänke den Weg versperren. Die Wasserströme bündeln sich dann vor der Küste, und sobald sie einen Weg zurück gefunden haben, schießen sie mit voller Wucht zurück ins offene Meer.

Für den Badeurlauber ist es beinahe unmöglich zu erkennen, was sich direkt vor ihm zusammenbraut. Rip- Strömungen können ihn in brusttiefem Wasser überraschen und weit hinaus ins offene Meer ziehen. Anders als normale Strömungen, die meist parallel zum Ufer verlaufen, bewegt sich die Rip-Strömung senkrecht vom Strand weg. Mit bis zu zweieinhalb Metern pro Sekunde reißt sie alles mit, was sich ihr in den Weg stellt, ändert urplötzlich ihre Richtung oder verschwindet wieder. Auch erfahrene Schwimmer sind vor ihr nicht gefeit.

Mit bloßem Auge nur schwer auszumachen

Rip-Strömungen können an jedem Strand vorkommen, an dem sich die Wellen brechen. Auch in den Uferregionen größerer Seen droht Gefahr durch einen solchen Brandungsrückstrom. Und: Unterströmungen sind für ungeübte Augen nur schwer auszumachen. Einzig von einer erhöhten Position aus lassen sich typische Muster im Untergrund und auf der Meeresoberfläche erkennen.

Bis heute ist eine genaue Vorhersage der Strömungen schwierig. Jeder Strand und jede Bucht ist einzigartig; wechselnde Wellen- und Windverhältnisse erschweren, die Lage richtig einzuschätzen. Strömungsexperten beschreiben die Wasseroberfläche in der Nähe von Rip-Strömungen oft sogar als trügerisch glatt.
In Deutschland ist das Risiko eines solchen Unterwassersogs an den Stränden der Nordsee höher als an der Ostsee. Der Grund dafür ist die besondere Beschaffenheit des Meeresbodens in der Nordsee. Rettungsschwimmer schützen Badegäste dort vor Strömungen, indem sie nur bestimmte Strandabschnitte zum Baden freigeben. Doch auch sicher abgesteckte Schwimmbereiche können einen Tag später schon wieder zur Gefahr werden.

Mitreißen lassen, dann herausschwimmen

Sollte man doch einmal von einer Rip-Strömung erfasst werden – ob in Deutschland oder im Urlaub – hilft nur Ruhe bewahren. Gegen die Kraft der Strömung ist auch ein starker Schwimmer chancenlos. Viele Menschen kämpfen in ihrer Panik verzweifelt gegen den übermächtigen Sog an und ertrinken.

Deshalb raten Experten, sich zunächst mittreiben zu lassen und dann parallel aus der Strömung heraus zu schwimmen. Sobald die Wassermassen dann nicht mehr durch Felsen, Sandbänke oder andere Hindernisse gelenkt werden, ist der Spuk oft vorbei: Das Wasser kann sich wieder ausbreiten und die Strömung hört auf. Einmal aus dem Sog gelangt, lässt sich der Gefahrenbereich dann großräumig umschwimmen und das sichere Ufer erreichen.
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