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Weltgeschichte

Tauschte Napoleon sein Volk gegen die Kaiserwürde?

Weil die eigenen Landsleute ihm die Gefolgschaft verweigern, verrät Napoleon seine korsische Heimat und entfesselt später als französischer Kaiser unter anderem die Völkerschlacht bei Leipzig. Es wird eines der blutigsten Gefechte der Weltgeschichte.

© Imago-Michael Westermann

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„Als die Nation wankte, wurde ich geboren: 30.000 französische Soldaten brachen über unsere Grenzen herein und tauchten den Thron der Freiheit in Blut. Dieser verhasste Anblick war das Erste, was meine Augen sahen.“ Der Mann, der das 1789 schreibt, ist nicht etwa ein Engländer oder Spanier und als solcher ein Erbfeind der „Grande Nation“. Es ist vielmehr der Mann, der später zum vielleicht berühmtesten Franzosen überhaupt werden wird: Kaiser Napoleon I., ein General und Feldherr, der Europa mit einem beispiellosen Eroberungskrieg überzieht – im Namen Frankreichs. Doch kaum jemand kennt den skrupellosen Verrat, der diese glanzvolle Karriere erst ermöglicht … 
 
Als Napoleon 1769 auf die Welt kommt, herrschen die Franzosen gerade mal ein Jahr über seine Heimat Korsika. Doch die Bewohner der Mittelmeerinsel führen den jahrhundertelangen Kampf um ihre Unabhängigkeit gegen ihre neuen Herren weiter – obwohl sich auch in ihren Reihen Kollaborateure finden. Einer von denen ist der Vater des jungen Napoleone di Buonaparte, der seinem Sohn eine militärische Ausbildung in Frankreich ermöglicht. Sein Sprössling entwickelt sich aber stattdessen zu einem der glühendsten Anhänger der Rebellen, der seine strategischen Kenntnisse vor allem zur Befreiung seiner korsischen Heimat nutzen will. 

Krieg der Völker

Zwischen 1789 und 1792 zettelt er immer wieder Aufstände an: Mehrfach bleibt er dazu seiner Einheit in der französischen Armee auf dem Festland fern, einmal führt er sogar eine Rebellion gegen die französischen Besatzer an, also seine eigenen Armeekameraden. Doch die Korsen verweigern dem Egomanen die Gefolgschaft – und seine Vaterlandsliebe schlägt in Enttäuschung und schließlich in Hass um. 
 
Der Korse verrät seine Heimat so gründlich wie kaum jemand zuvor in der Weltgeschichte: Er ändert seinen Namen in die französische Version Napoleon Bonaparte, verlässt die Insel seiner Väter endgültig und macht sich 1794 sogar für ihre Rückeroberung stark, als die Korsen mit englischer Hilfe kurz vor ihrer Unabhängigkeit stehen. Es ist diese Rücksichtslosigkeit, die aus einem kleinen Guerillero schließlich den Eroberer Europas macht. „Wer nicht jede Chance zum Erfolg nutzt, verliert am Ende alles“, rechtfertigt er seinen Verrat. Er gewinnt einen Kaisertitel, aber er verliert seine Heimat...
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