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Was uns Mediziner verschweigen - Teil 7

Sind Diäten in Wahrheit ungesund?

Haben dicke Patienten etwa ein niedrigeres Sterberisiko als dünne Menschen? Das sagt zumindest Achim Peters, Professor an der Universität Lübeck...

Diätplan

© iStock-ratmaner

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Als Katrin ihr E-Mail-Programm schließt, traut sie ihren Augen kaum: „Abnehm-Industrie geschockt. Wie Sie mit diesem Medikament in nur zwei Wochen Ihr Wunschgewicht erreichen!“ Die Anzeige, die auf ihrem Monitor aufgeklappt ist, sieht seriös aus. Katrin klickt auf den Link und landet auf der Webseite eines Online-Händlers für Fitness-Produkte.

Die Diät-Pille wird als Wundermittel aus den USA angepriesen. Für Katrin klingt das gut. Vielleicht zu gut. Sie wird misstrauisch und geht noch am selben Tag zu ihrem Hausarzt. Seit acht Jahren behandelt er sie wegen ihres Übergewichts – abgenommen hat sie bis heute nicht. Doch als der erfahrene Arzt von der Abnehmpille hört, winkt er ab. „Davon würde ich die Finger lassen.“

Diät: Ja oder nein?

Stattdessen empfiehlt er ihr erneut eine normale Diät. Sie könne das auch aus eigener Kraft schaffen, wenn sie denn nur wolle. Dass er damit einige der wichtigsten Erkenntnisse der jüngeren Diät-Forschung ignoriert, verschweigt der Arzt …

Auch wenn es viele Ärzte nicht wahrhaben wollen oder weil sie es selbst anders gelernt haben, steht dennoch fest: Übergewicht ist keine Krankheit, von der man geheilt werden muss. Ganz im Gegenteil. Eine Forschungsgruppe des Center for Disease Control and Prevention in Atlanta kam in einer Metaanalyse von 97 Studien mit rund 2,88 Millionen Probanden sogar zu dem Ergebnis, dass Übergewichtige und Menschen mit leichtem Hang zu Fettleibigkeit länger leben als Normalgewichtige.

Eine andere – von Ärzten kaum beachtete – Erkenntnis der Forschung lautet: Der Misserfolg einer Diät hat rein gar nichts mit dem Willen oder der Entschlossenheit des Patienten zu tun. „Diäten scheitern, weil sie gegen ein elementares Naturgesetz des menschlichen Organismus verstoßen: das Gesetz der Energieversorgung des Gehirns“, erklärt Prof. Achim Peters von der Universität zu Lübeck.

Das Gehirn startet einen Notfallplan

Einfach gesagt: Das Gehirn unterscheidet nicht, ob eine Nahrungsmittelknappheit freiwillig durch eine Diät oder unfreiwillig durch eine Hungersnot zustande kommt. Wird es nicht ausreichend versorgt, deutet es das als Notsituation – und startet einen Notfallplan: Dabei werden der Stoffwechsel und die Körperfunktionen heruntergefahren, um Energie zu sparen.

Medizinisch bedeutet das dann auch: Es kann zu Nebenwirkungen kommen – wie z.B. depressive Zustände, Muskelschwund, Knochenabbau, Gedächtnisschwäche, Müdigkeit oder Rückenschmerzen. Tatsächlich „kommt es ausnahmslos bei jeder kalorien- oder kohlenhydratreduzierten Diät – auch wenn sie von Ärzten als noch so schonend und gesund angepriesen wird – zu Nebenwirkungen. Die allerdings werden verschwiegen“, erklärt Professor Peters.

Und was spricht nun eigentlich gegen die vielversprechenden Diät-Tabletten aus der Werbung? Noch schlimmere Folgeschäden, erklärt Professor Peters. Der Grund: „Es gab tatsächlich Versuche, Abnehmpillen zu entwickeln. Die Einführung dieser Präparate scheiterte allerdings jedes Mal an den damit verbundenen enormen Gesundheitsrisiken für die Behandelten, die sich eben nicht in den Griff bekommen ließen.“ Anders gesagt: Abnehmpillen sind mit ihren zum Teil gravierenden Eingriffen in den menschlichen Stoffwechsel extrem gefährlich – und aus diesem Grund „ist es unwahrscheinlich, dass sie überhaupt jemals zugelassen werden“.
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