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Produktion

Recycling: Wie aus Outdoor-Kleidung ein veganes Menü wird

Immer mehr Sportartikelhersteller fertigen Produkte an, die biologisch abbaubar sind. Ein schwedisches Unternehmen geht jetzt noch einen Schritt weiter: Die Outdoor-Firma Houdini kompostiert Outdoor-Kleidung und baut auf der dabei entstandenen Erde Gemüse an.

© iStock-Baks

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Wohin mit abgetragenen Kleidungsstücken? Diese Frage hat sich womöglich jeder schon mal gestellt. Die Lösungen sind vielseitig: Ist der alte Pulli nicht zu löchrig, kann man vielleicht andere Menschen damit glücklich machen, ein ausgeblichenes T-Shirt lässt sich prima als Putzlappen verwenden. Möchte man so richtig ausmisten eignet sich vor allem die Entsorgung über die allseits bekannten Altkleidercontainer. Aber es gibt sogar noch eine andere Alternative: Kleidungsstücke, die biologisch abbaubar sind.
 
Viele Hersteller beschäftigen sich schon lange mit der Kompostierbarkeit ihrer Produkte: Im November 2016 setzte adidas einen Meilenstein in Punkto nachhaltiger Innovationen. Mit Hilfe des deutschen Biotechnologieunternehmens AMSilk entwickelte das bekannte Sportswear-Label den weltweit ersten Laufschuh aus Biosteel-Fasern. Die Besonderheit: Die Fasern sind eine Nachbildung natürlicher Seide und wurden mittels eines Produktionsverfahrens für Spinnenseidenproteine hergestellt. Das Hochleistungsmaterial, aus den naturidentischen Seiden-Biopolymeren ist zu 100 Prozent biologisch abbaubar und verrottet in dem Sinne genauso wie alte Bananenschalen auf dem Kompost. 

© Houdini

Der Cradle to Cradle-Gedanke

Bereits schon 1990 beschäftigten sich der deutsche Chemiker Prof. Dr. Michael Braungart und der Architekt William McDonough mit dem Thema des geschlossenen Produktkreislaufes. Dabei entwickelten sie das Designkonzept Cradle to Cradle, was übersetzt „von der Wiege zur Wiege“ bedeutet. Im Grunde geht es dabei um das Prinzip der Ökoeffizienz, also den Einklang zwischen Umwelt und Wirtschaft
 
Anders als beim Recycling, wo die Qualität der Materialien nach jedem Verwertungsprozess eher abnimmt (Downcycling) und Abfall lediglich reduziert wird, setzt das Cradle to Cradle-Prinzip auf einen vollständig geschlossenen Kreislauf ohne Abfallprodukte. Und nicht nur das: Die Produkte, die aus dem Ausgangsmaterial hergestellt werden, haben mindestens denselben oder einen höheren biologischen oder technischen Nutzen. Es geht also vorrangig darum „Positives zu bewirken“ und weniger darum „negative Auswirkungen zu reduzieren“.

© Houdini

Vom Kompost auf den Teller

Wie dieser biologische Kreislauf aussehen kann, zeigt das schwedische Outdoor-Label Houdini. Der Gedanke: Kleidung schaffen, die die Umwelt nicht belastet – auch wenn sie einmal ausgedient hat. Um dies zu beweisen, wurden abgetragene Funktionsshirts im November 2016 unter der Aufsicht eines Experten in den Kompost gegeben und innerhalb von nur sechs Monaten vollständig in nährstoffreiche Erde zersetzt. Doch allein die Kompostierung der Sportbekleidung reichte dem Unternehmen nicht aus. Auf der dabei entstandenen Erde baute das Unternehmen Gemüse und Kräuter an, aus denen der Sternekoch Sebastian Thureson Gerichte der ganz besonderen Art zubereite. So entstand das erste vegane Dinner aus abgetragener Sportbekleidung: Das „Houdini-Menü“.
 
Hinter den Kulissen dieser Aktion verbirgt sich ein durchgängig nachhaltiges Konzept. Dementsprechend sind alle Produkte grundsätzlich frei von umweltschädlichen Stoffen und bestehen aus rein natürlichen Materialien wie Wolle und Seide, wodurch sie biologisch abbaubar sind. Eben diese Kleidungsstücke wurden im Herbst 2016 in den Kompost gegeben: „Um die Kleidung abzubauen, kommt es auf die richtige Mischung an!“ so Eva Karlsson, CEO von Houdini. Die Komposterde wurde dabei mit einem Verhältnis von eins zu fünf mit alltäglicher Gartenerde vermischt. Die perfekten Voraussetzungen für den Anbau der benötigten Zutaten des Dinners. 
 
Doch wie sieht es eigentlich mit der Haltbarkeit der Kleidung aus? „Houdini-Sportswear wurde dafür designet, ein Leben lang zu halten! Falls es doch einmal vorkommt, dass die Kleidung beschädigt wird, helfen wir unseren Kunden dabei, diese zu reparieren“, so Karlsson. Hat die Outdoor-Bekleidung einmal ausgedient, kann sie in den dafür vorgesehenen Recycling Boxen in den Houdini-Stores gesammelt und an Second Hand Shops sowie zu anderweitigen Zwecken weitergegeben werden. 
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