Naturphänomen

Polarlichter: Das wunderschöne Spektakel im Norden

Das Polarlicht gehört zu den schönsten und am meisten beeindruckenden Naturschauspielen unserer Erde. Doch wie entstehen Polarlichter und wann ist die Wahrscheinlichkeit am größten, eines zu beobachten?

© iStock-MuYeeTing

Die spektakulären Lichter am Himmel mit dem wissenschaftlichen Namen Aurora borealis beeindrucken die Menschen schon seit ewigen Zeiten. Der früheste Bericht über dieses Naturphänomen findet sich in einer alten babylonischen Schrift, die schon über 2.500 Jahre alt ist. 

In Zeiten, in denen die Menschen Naturphänomene nicht erklären konnten, wurde meist Übernatürliches als Ursache genannt. Die frühen Völker in Lappland, Sibirien und Alaska waren sich sicher, dass ihre Götter durch die Lichter mit ihnen in Kontakt treten wollten. Andere Völker wiederum waren der Überzeugung, dass es sich bei dem Leuchten um die Geister ihrer Verstorbenen handelte, die am Himmel erschienen. Sie fürchteten sich vor dem Polarlicht und blieben in ihren Häusern, solange es zu sehen war. Im Mittelalter galt die Aurora borealis als Vorbote für Seuchen, Kriege und Hungersnöte.

Welche Bedeutung haben die geheimnisvollen Lichter?

Erst im Laufe des 18. Jahrhunderts verloren die Lichter langsam ihren negativen Ruf. Nun wurden erstmals Versuche unternommen, eine wissenschaftliche Ursache für das Phänomen zu finden. Zunächst war man der Meinung, dass es sich bei den Lichtern um Reflexionen von Sonnenlicht auf Wolken handelt. Erst im Jahr 1867 konnte der Astronom Anders Jonas Angström nachweisen, dass Polarlichter selbstleuchtende Gase sind. Da zu dieser Zeit jedoch der Sonnenwind, der für die Lichter entscheidend ist, noch nicht bekannt war, konnte das Geheimnis des Polarlichts nicht endgültig geklärt werden.

Auch jetzt noch ranken sich noch viele Mythen um die Polarlichter. Einige nordamerikanische Indianerstämme glauben bis heute, dass sie durch Flüstern Polarlichter herbeirufen können. Darin befinden sich die Seelen ihrer Verstorbenen, denen sie so Nachrichten zukommen lassen können. Eine japanische Legende hingegen besagt, dass ein Kind, das unter einem Nordlicht gezeugt wird, auf jeden Fall ein Junge wird. Darüber hinaus ist das Kind in seinem Leben gesegnet mit Glück und Erfolg. In Romanen und Filmen werden Polarlichter häufig immer noch als schicksalhafte Vorboten einer nahenden Katastrophe beschrieben.

Geladene Teilchen treffen auf Sauer- und Stickstoff

Mit dem Fortschritt in der Wissenschaft konnte schließlich auch das Geheimnis um die geheimnisvollen Lichter gelüftet werden. 1959 wurde erstmals der Sonnenwind nachgewiesen und in der Folge auch sein Zusammenhang mit den Polarlichtern entdeckt. Beim Sonnenwind handelt es sich um einen ständigen Fluss von elektrisch geladenen Teilchen, der von der Sonne in alle Richtungen fließt. Die faszinierenden Lichter entstehen nun, wenn diese geladenen Teilchen in der Erdatmosphäre auf Sauerstoff- und Stickstoffatome treffen. Dadurch entsteht Energie, die in Form eines hellen Fluoreszenzlichtes freigesetzt wird.

Je nach der Höhe, in der die Teilchen aufeinander treffen, können die Lichter unterschiedliche Farben annehmen. Dringt der Sonnenwind tief die Atmosphäre ein und stößt auf Sauerstoffteilchen, entsteht ein grünes Licht, in der äußersten Schicht der Atmosphäre besitzt das Licht eine rote Färbung. Trifft der Wind auf Stickstoffteilchen, entsteht violettes bis blaues Licht. Diese Farben sind jedoch wesentlich seltener. Auch der Mensch kann übrigens Polarlichter erzeugen. Beobachtet werden konnte das Phänomen, nachdem Kernwaffen in einer entsprechenden Höhe zur Explosion gebracht wurden. Darüber hinaus können auch auf anderen Planeten immer wieder Polarlichter beobachtet werden.

Wann und wo treten Polarlichter auf?

Mit welcher Intensität und Häufigkeit die Lichter zu beobachten sind, hängt von der Aktivität der Sonne ab. Diese durchläuft einen Zyklus von elf Jahren. Das bedeutet, dass ihre Aktivität alle elf Jahre am höchsten ist. Je mehr elektrische Teilchen die Sonne abwirft, desto öfter treten die Aurora borealis auf. Sie sind vor allem in der Polarregion zu beobachten, entweder als Nordlicht (Aurora borealis) oder als Südlicht (Aurora australis). Die Zeiten von Ende Oktober bis Mitte Dezember sowie von Ende Februar bis Anfang April gelten als besonders ergiebige Zeiten für die Polarlichter.

Viele Reiseanbieter, gehen dazu über, vermehrt Reisen nach Skandinavien anzubieten, denn immer mehr Menschen möchten sich auf die Suche nach den mystischen Lichtern machen. Eine besonders große Chance, Nordlichter zu entdecken, sehen Experten im Norden Norwegens. Hier werden regelmäßig Touren mit Einheimischen angeboten, die die besten Plätze kennen, um das Naturphänomen zu fotografieren. Auch in Island, Alaska und Kanada ist die Wahrscheinlichkeit groß, auf ein Nordlicht zu stoßen. Wer das perfekte Foto von einem Polarlicht schießen möchte, braucht aber auch etwas Glück: Ein wolkenbehangener Himmel kann den Ausblick nämlich schnell zunichtemachen.

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