Evolution

Phänomen Pareidolie: Warum wir Gesichter in Alltagsgegenständen erkennen

Gesichter in Wolken und Alltagsgegenständen sehen: Was nach reichlich Fantasie klingt, ist ein bekanntes Phänomen und liegt bis zu einem gewissen Grad in unser aller Natur begründet. Manche Künstler nutzen es bewusst und versehen Straßengegenstände mit Augen.

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Jeder kennt das Gefühl, dass Alltagsgegenstände uns scheinbar anschauen oder irgendwas wie ein Gesicht aussieht? Das Phänomen, dass wir Gesichter, Symbole und andere vertraute Objekte in so ähnlich aussehenden Dingen sehen, ist gut erforscht. Man spricht in diesem Fall von Pareidolie – dem scheinbaren Erkennen von Mustern, wo keine sind. Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt in etwa Trugbild. Die Ursache dafür liegt in unserem Gehirn verborgen: Nimmt es etwas Erblicktes als unvollständig oder unklar wahr, ergänzt es die Wahrnehmung, so dass sie einem vertrauten Bild entspricht. Pareidolien sind also Fehlinterpretationen unserer grauen Zellen. Forscher des Instituts für Technologie in Massachusetts fanden heraus, dass das linke Hirnareal beurteilt, wie ähnlich ein Bild einem Gesicht ist. Die rechte Hirnhälfte entscheidet, ob es sich dabei wirklich um ein Gesicht handelt.

Evolutionärer Grund

Der Ursprung des Phänomens ist wahrscheinlich evolutionär begründet – und das erklärt auch, warum vor allem Gesichter oft als Pareidolie wahrgenommen werden: Sie sind das eindeutige Erkennungszeichen eines Menschen. Ein menschliches Gesicht als solches zu identifizieren ist schon für Säuglinge und Kleinkinder eine wichtige Überlebensgrundlage; im späteren Leben hilft es Erwachsenen dabei, Menschen selbst in unübersichtlichen Situationen schnell zu erkennen.

Gesichter im urbanen Stadtleben

Manche Künstler nutzen dieses Phänomen für das sogenannte Eyebombing – sie bekleben Pflastersteine, Mülleimer und Co. mit Augen. Ihr Ziel: Die Gegenstände zu vermenschlichen. Einer der Künstler ist Vanyu Krastev, der Fotograf verschönert die Straßen in der bulgarischen Hauptstadt Sofia.

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