Nicht so schüchtern: Raumsonde New Horizons besucht Zwergplanet Pluto

Am 14. Juli 2015 soll die Raumsonde New Horizons am Pluto vorbeifliegen, um den unbekannten Planeten zu fotografieren und zu untersuchen.

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Benannt nach dem römischen Gott der Unterwelt, lässt sich auch der Planet Pluto nur selten blicken und dreht seine Kreise lieber in den weit entfernten Tiefen unseres Sonnensystems. Am 19. Januar 2006 hat die NASA erstmals eine Raumsonde namens New Horizons zum Pluto ausgesandt, um den geheimnisvollen Himmelsköper zu untersuchen. Nur wenige Monate nach Start der Mission wurde er von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) aufgrund seiner Größe vom Planeten zum Zwergplaneten degradiert.


Kurzes Tête-à-Tête

Neun Jahre und 4,8 Milliarden Kilometer später wird der Langstreckenläufer New Horizons heute um 13.50 Uhr sein Ziel erreichen. Dabei wird die Sonde in 9.600 Kilometern Entfernung am Pluto vorbeifliegen und ihn fotografieren. Auch den Mond Charon will die NASA in die Aufzeichnungen miteinbeziehen. Dabei sollen nicht nur der Aufbau beider Himmelskörper sowie die Atmosphäre vom Pluto untersucht werden. Auch die Oberflächen des Duos gilt es zu kartieren.

Allerdings wird es bei dem Fototermin und der Vermessung nur zu einem relativ kurzen Intermezzo kommen, denn um auf längere Zeit in Plutos Orbit einzudringen und dort zu verweilen, fehlt der Sonde der Treibstoff. Zusammen mit einer Reisegeschwindigkeit von über 50.000 Stundenkilometern bleiben New Horizons deshalb nur etwa 48 Stunden Zeit, um so viel wie möglich über das Phantom am Rande unseres Sonnensystems herauszufinden.
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Schärfer als „Hubble“

Bereits vor dem lang ersehnten heutigen Tag gelangen New Horizons erste Erfolge: Die Kamera an Bord der Sonde machte Aufnahmen, die schärfer sind als alles, was das Hubble-Weltraumteleskop in seinen 25 Jahren Dienstzeit bisher liefern konnte. Warum? Das liegt zum einen an Plutos kleinem Durchmesser von nur rund 2.370 Kilometern und zum anderen an seiner immensen Entfernung zur Sonne. Und das sind immerhin beeindruckende 5,9 Milliarden Kilometer.

Alle Daten der Mission werden in zwei Speichergeräten mit je acht Gigabyte Kapazität gesammelt und sollen bis Ende 2016 an die NASA übertragen werden.

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