Finanzen

Minikredite: Was sind die Vor- und Nachteile?

Statistisch gesehen greifen hierzulande immer mehr private Haushalte auf Kredite zurück. Vor allem Minikredite sind besonders beliebt. Einer der Hauptgründe: Die Abwicklung erfolgt relativ schnell. Doch was müssen Kreditnehmer beachten?

© iStock-AntonioGuillem

Immer mehr Privatpersonen nehmen Kredite auf - so stieg die vergebene Kreditsumme innerhalb der letzten Jahre stetig an. Auch die Kreditgeber haben diesen Trend beobachtet und bieten mittlerweile ein Portfolio mit verschiedensten Kreditformen an, zu denen unter anderem der Minikredit zählt. Er soll recht zügig die Haushaltskasse bei möglichen Engpässen aufbessern. 

Was sind Minikredite?

Minikredite sind eine der kleinsten Kreditformen und bewegen sich je nach Anbieter im Bereich von 100 bis 1.000 Euro. In den meisten Fällen werden sie binnen kürzester Zeit ausgezahlt und gelten daher als effektive Möglichkeit, die Haushaltskasse kurzfristig zu erweitern oder eine etwas größere Anschaffung wie einen neuen Fernseher oder eine spontane Urlaubsreise finanzieren zu können. Die wohl größte Rolle spielen Minikredite im Bereich der Umschuldung. Dank der niedrigen Zinsen ist es für Personen, die einen Dispokredit aufgenommen und Probleme bei der Zahlung der Raten haben, eine günstige Alternative, um den Dispo zeitnah tilgen zu können. Die Konditionen der einzelnen Anbieter können dabei jedoch deutlich variieren, insbesondere mit Blick auf die Kreditsumme, die Laufzeit sowie den Zinssatz.

Laut eines aktuellen Wirtschaftstests liegt der Durchschnittszins bundesweit bei etwa zehn Prozent. Wer nun beispielsweise mit 500 Euro im Dispo festsitzt und kurzfristig keine Möglichkeit hat, den Dispo auszugleichen, zahlt monatlich im Durchschnitt 50 Euro Zinsen. Verglichen mit dem Zinssatz, den Online-Anbieter für Minikredite vergeben, liegen die monatlichen Zinsausgaben und damit die gesamten Ausgaben deutlich höher. Wer nun mithilfe eines Minikredits den Betrag tilgt, kann die monatliche Zinslast damit verringern. Bei einem Kreditbetrag von 500 Euro, die Dispokredits tilgen sollen, bieten die meisten Anbieter im Netz einen effektiven Zinssatz von etwa drei bis acht Prozent. So lässt sich der Dispokredit innerhalb weniger Tage tilgen. So muss der Schuldner lediglich den Minikredit innerhalb des vereinbarten Zeitraums ausgleichen, ohne dabei unter Druck zu geraten.

Welche Vorteile bieten Minikredite?

Gegenüber herkömmlichen Krediten liegt der primäre Vorteil zunächst in der geringeren Zinslast, die der Kreditnehmer zahlen muss. Verglichen mit größeren Kreditbeträgen spricht des Weiteren vor allem die geringe Bearbeitungszeit der Anbieter im Netz für die kleinen Kredite. Zunächst prüfen die Anbieter den Antrag und sobald dieser genehmigt wird, erfolgt die Zahlung meist binnen weniger Stunden. Somit hat der Kreditnehmer die Möglichkeit, innerhalb weniger Tage auf die gesamte Kreditsumme zurückgreifen zu können. Erhebt ein Minikreditgeber beispielsweise einen effektiven Jahreszins von 7,95 Prozent, liegt bei einer Kreditsumme von 600 Euro und einer Laufzeit von 30 Tagen der Zinsbetrag bei lediglich 3,78 Euro.
 
Weiterhin setzen die Kreditanbieter im Netz in erster Linie auf Fairness gegenüber ihren Kunden. Hierfür bewerten sie die finanziellen Rahmenbedingungen des Kreditnehmers sorgfältig und unabhängig von bestehenden Schufa-Einträgen. Sollte die Beurteilung positiv ausfallen, können so auch jene einen Kredit erhalten, die sonst vielleicht von anderen Kreditinstituten abgelehnt worden wären. 

Grundsätzlich sollte man unbedingt die Seriosität des jeweiligen Anbieters überprüfen. Denn auch im Netz für Minikredite finden sich schwarze Schafe. So wird beispielsweise kein Gläubiger einem Antrag stattgeben, wenn der Kreditnehmer offensichtlich nicht in der Lage ist, seine Schulden innerhalb des gewünschten zeitlichen Rahmens zurückzuzahlen. Geht der Anbieter etwa kaum auf die finanziellen Sicherheiten ein oder lässt eine Überprüfung gar gänzlich aus, sollte man in jedem Fall Abstand von einem Vertragsabschluss nehmen.

Worauf muss man noch achten?

Wie auch bei allen anderen Finanzierungsformen spielt die Liquidität des Kreditnehmers eine entscheidende Rolle. Nachdem der Geldgeber die finanzielle Situation bewertet hat, kann ein Vertragsabschluss zeitnah erfolgen. Allerdings sollten sich Kreditnehmer hierbei stets bewusst sein, dass sie die Summe ebenfalls zeitnah zurückzahlen müssen. Wer dies nicht gewährleisten kann, der sollte grundsätzlich Abstand von so etwas nehmen oder sich im Vorfeld zumindest ausgiebig beraten lassen. Denn eine sichere Rückzahlung ist das A und O – für beide Parteien. 

Dazu gehört auch, sich im Vorfeld über die Laufzeit des Kredits sorgfältig Gedanken zu machen. Kürzere Laufzeiten, die meist bei zwei Wochen beginnen, bringen auch geringe Zinsen mit sich, was durchaus verlockend sein kann. Allerdings muss die gesamte Kreditsumme dann auch innerhalb der vereinbarten Frist zurückgezahlt werden. Sollte die Rückzahlung innerhalb eines kurzen Zeitraums nicht möglich sein, ist es dringend ratsam, eine längere Laufzeit zu wählen. Die meisten Anbieter stellen hierbei eine maximale Laufzeit von 90 Tagen in Aussicht, wodurch die Raten deutlich gesenkt werden können, während der Zinssatz und die Zinssumme zeitgleich nur geringfügig steigen.
 
Weiterhin unterscheiden sich die Angebote der einzelnen Kreditinstitute deutlich voneinander. Aus diesem Grund ist es ratsam, Vergleichsportale zu nutzen, um möglichst passende Konditionen für den individuellen Bedarf zu finden. So steht vor allem die maximale Kreditsumme im Vordergrund, die von Anbieter zu Anbieter um mehrere Hundert Euro auseinanderliegen kann. Darüber hinaus lohnt sich auch der Vergleich der Laufzeiten sowie der Zinssätze. Wer eine schnelle Rückzahlung garantieren kann, für den eignen sich Anbieter, die möglichst kurze Laufzeiten offerieren. Um auf Nummer sicher zu gehen, kommen jedoch mittlere bis lange Laufzeiten infrage.

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