Food-Konzerne

Manipuliert die Lebensmittelindustrie die Wissenschaft?

Für die großen Food-Konzerne gehört es heute zum Geschäft dazu, jedes Jahr Milliarden Dollar in Universitäten, Stiftungen und Forschungsprojekte zu investieren. Dabei geht es den Konzernen ganz klar um Imagepolitur – im Gegenzug versprechen sie, an der Gestaltung einer besseren Zukunft mitzuarbeiten. Doch manipuliert diese "wohltätige Werbung" auch die Forschung?

© iStock-Vasyl-Dolmatov

Für die Konzerne ist es eine Investition in eine bessere Zukunft. Immerhin trügen sie mit ihren Forschungen dazu bei, die Lebensmittelqualität und die Gesundheit Tausender Menschen zu verbessern. Handelt es sich also tatsächlich um eine Win-Win-Win-Situation für Verbraucher, Wissenschaft und Konzern? Vor Kurzem veröffentlichte die Fachzeitschrift „The Lancet“ eine Studie, die sich mit der Wohltätigkeit der Mega-Konzerne auseinandersetzte – und kam zu einem deutlichen Urteil: „Internationale Nahrungsmittelkonzerne untergraben systematisch die staatliche Gesundheitspolitik – ähnlich wie es die Tabakindustrie früher getan hat.“ Tatsächlich zeigt der „Lancet“- Report, dass „Studien, die ausschließlich von Lebensmittelkonzernen bezahlt wurden, vier bis acht Mal so häufig Ergebnisse zeigen, die im Interesse der Industrie sind, wie Studien, die aus anderen Quellen finanziert wurden.“ 

Wohin das führen kann, zeigt das Beispiel „Nutrition Society of Malaysia“. Diese Lebensmittel-Behörde arbeitet infolge von Unterfinanzierung seit Jahren mit Food-Konzernen zusammen. Obwohl die Organisation die Interessen der Verbraucher schützen soll, empfahl sie kürzlich im Zuge der staatlich geförderten „Frühstücks-Studie“ Kindern den Verzehr eines Schoko-Malzgetränks aus dem Hause Nestlé, das einen Zuckeranteil von 40 Prozent hat. Was man den Eltern verschwieg: Die Studie hatte man vor der Veröffentlichung vier Mitarbeitern von Nestlé zur Abnahme vorgelegt. 

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