Tierwelt

Libellen: Schillernde Superflieger am Wasser

Sie glänzen wie Edelsteine und sind wendiger als jeder Hubschrauber: An Seen, Sümpfen und kleinen Bächen jagen Libellen im Flug und suchen nach dem passenden Partner. Seit über 300 Millionen Jahren schon gibt es die geflügelten Akrobaten auf unserem Planeten – doch heute sind sie in Gefahr.

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Geräuschlos schießen sie durch die Luft, schlagen Haken, fliegen Loopings und wilde Manöver. Wie ein Helikopter können Libellen auf der Stelle stehenbleiben und bei Bedarf sogar rückwärts fliegen. In Sekundenbruchteilen wechseln sie die Richtung. Ungeheuer schnell jagen sie ihrer Beute hinterher und fangen sie im Flug. Für Mücken, Schmetterlinge, Fliegen und andere Insekten gibt es kein Entkommen.
 
Im Sommer kann man die metallisch schillernden Superflieger bei der Jagd, der Paarung und Eiablage rings um Gewässer und Feuchtgebiete beobachten. Zur Paarung verknoten sich Männchen und Weibchen herzförmig und bilden ein so genanntes „Paarungsrad". Im Tandemflug schweben sie auf diese Weise stundenlang umher. Ihre Eier legt das Libellenweibchen in Wassernähe ab, gerne an Seerosenblättern. Bevor die geschlüpften Jungtiere zur Libelle werden, verbringen sie aber erstmal bis zu fünf Jahre im Larvenstadium unter Wasser. Auch dort leben sie als Räuber, immer auf der Jagd nach fressbaren Kleintieren. Ihr eigentliches Dasein als Libelle ist kurz. Es dauert oft nur wenige Wochen an.
 
Libellen sind sichere Bioindikatoren. Dort, wo sie vorkommen, ist das Ökosystem relativ intakt und die Gewässerqualität gut. Doch die farbenprächtigen Flieger schweben in Gefahr: Ihre bevorzugten feuchten Lebensräume schrumpfen zusehends und verschmutzen noch dazu. Von den schätzungsweise 6.000 verschiedenen Libellenarten weltweit sollen 15 Prozent vom Aussterben bedroht sein. Wo Moore und Feuchtwiesen trockengelegt und für die menschliche Nutzung erschlossen werden, ist kein Platz mehr für die filigranen Insekten. Schade eigentlich – waren sie doch über Jahrmillionen ein Erfolgsmodell der Evolution.

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