Frage der Woche

Können Frauen wirklich schlechter Landkarten lesen?

In der Zeit, bevor Navigationsgeräte das Kartenlesen beim Autofahren überflüssig machten, führte diese Frage immer wieder zum Streit zwischen Mann und Frau. Aber was ist tatsächlich dran an der Behauptung, dass Frauen schlechter Landkarten lesen können?

Frau liest Landkarte

© iStock/kasto80

Tatsächlich denken Frauen anders als Männer, wie wissenschaftliche Vergleiche der Hirnaktivitäten beider Geschlechter bei Orientierungsaufgaben zeigen. Zwar benutzen Frauen und Männer grundsätzlich die gleichen Hirnregionen, um sich zu orientieren. Allerdings spielen bei Frauen zusätzlich zwei Areale eine Rolle, die bei Männern nicht aktiviert werden. Diese Bereiche sind für das Detailempfinden wichtig. Männer wiederum gebrauchen eine Region, die Frauen nicht nutzen. Dieses Gehirnareal ist wichtig für die räumlich-geometrische Orientierung. Es gibt ihn also, den kleinen Unterschied. Und der macht sich auch im Alltag bemerkbar.

Männer denken gern abstrakt, Frauen unterschätzen sich oft

Unterwegs in einer Stadt orientieren sich Frauen hauptsächlich an auffälligen Objekten wie Gebäuden oder Bäumen. Stadtpläne aber haben keine derartigen Markierungen – sie sind abstrakt. Frauen tun sich damit oft schwer. Von den Männern hingegen wird genau diese abstrakte Navigation bevorzugt. Sie orientieren sich gerne über geometrische Größen. Und finden sich deshalb auf Karten oft besser zurecht.

Allerdings unterschätzen sich Frauen auch oft. Studien zeigen, dass nur jede zweite Frau der Ansicht ist, einen guten Orientierungssinn zu haben. Dagegen halten sich 70 Prozent der Männer für gute Pfadfinder. Frauen haben aber einen entscheidenden Vorteil gegenüber Männern: Sie sind kommunikativer – und fragen gerne nach dem Weg. Und so kommen letztendlich beide Geschlechter auf ihre eigene Weise ans Ziel.
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