Können Blinde im Traum sehen?

Wenn wir im Schlaf träumen, spielt sich ein Film in unserem Kopf ab – mal sehr bunt und surreal oder wie im echten Leben. Doch wie ist es bei Blinden? Können sie in ihren Träumen sehen?

© iStock-KatarzynaBialasiewicz

Bewusst oder unbewusst – jeder Mensch träumt, ganz egal ob er will oder nicht. Oftmals beeinflussen Geschehnisse, die wir erlebt haben oder starke Sehnsüchte den nächtlichen Film. In unserer Tiefschlafphase taucht er dann vor unserem inneren Auge auf. Das liegt daran, dass genau dann unser Gehirn auf Hochtouren läuft. Es verarbeitet alles, was wir am Tag erfahren und vor allem gesehen haben. Doch wie ist es bei blinden Menschen, die nicht sehen können? Sie erleben ihren Alltag anders als Sehende, daher träumen sie auf eine andere Art.

Für eine Studie befragten dänische Wissenschaftler drei verschiedene Gruppen von Menschen: 
  • von Geburt an Blinde, 
  • Menschen, die im Laufe ihres Lebens erblindeten 
  • und Sehende. 
Alle mussten über vier Wochen hinweg ein Tagebuch führen, indem sie unter anderem beschrieben von was ihr Traum handelte, was sie sahen und welche Gefühle sie dabei hatten.

Ohne Bild träumen?

Das Experiment ergab, dass auch Blinde nachts erleben, was sie in ihrem Alltag beschäftigt. Da sie nicht sehen können, erfahren sie in ihren Träumen auch keine visuellen Erlebnisse. Jedoch nahmen sie andere Sinne, wie Riechen, Tasten oder Schmecken umso intensiver war. 

Menschen, die erst später ihr Augenlicht verloren, konnten teilweise noch in ihren nächtlichen Fiktionen sehen. Der Grund dafür ist, dass die Erinnerung noch vorhanden ist. Über einen längeren Zeitraum verblassen die Eindrücke allerdings langsam. Je weiter die Erblindung zurück liegt, desto schwächer werden die Traumbilder.

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